Augen

Flimmern vor den Augen: Was hinter Sehstörungen steckt

Unsere Augen sind unser Fenster zur Welt. Kein Wunder, dass die meisten Menschen eine Störung der Sicht als extrem beunruhigend empfinden – wie zum Beispiel ein plötzliches Flimmern vor den Augen. Verbirgt sich am Ende eine ernsthafte Erkrankung dahinter? Wir haben nach den Ursachen von spontanen Sehstörungen gefragt.

Sehstörungen wie ein verschneites oder verblitztes Bild geben nicht nur den Betroffenen, sondern auch der Medizin zum Teil Rätsel auf. Das Augenflimmern (Flimmerskotom) kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Die gute Nachricht: Viele von ihnen sind harmloser Natur.

Niedriger Blutzucker oder Migräne

Das bunte Flackern tritt zum Beispiel auf, wenn der Blutzuckerspiegel zu niedrig und der Körper unterzuckert ist. Viele kennen das Flimmern auch als typische Begleiterscheinung von Migräne-Anfällen, häufig in Kombination mit Schwindel, Übelkeit, Abgeschlagenheit und Lichtempfindlichkeit. Ist die Attacke übergestanden, verschwinden die Beschwerden wieder. In diesem Fall ist das Augenflimmern kein Grund zur Sorge.

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„Rußregen“ – kleine, schwarze Punkte

Ursache für eine Sehstörung, bei der plötzlich Fusseln auf der Linse herumzuschwimmen scheinen (die sich besonders vor hellen Hintergründen bemerkbar machen), sind in der Regel altersbedingte Glaskörpertrübungen. Als Glaskörper wird der Teil des Auges zwischen Linse und Netzhaut bezeichnet.

Wird der Glaskörper im Alter kleiner, verändern sich seine Substanzen. In jungen Jahren waren seine Bestandteile – Wasser, Eiweiß und Kollagen – noch voneinander getrennt und dadurch unsichtbar. In die Jahre gekommen, vermischen sie sich. Das löst sichtbare Trübungen aus.

Bei tanzenden Punkten, die oft „fliegende Mücken“ genannt werden, handelt es sich um solche lichtdichten Strukturen, die entstehen, wenn der Glaskörper im Auge altersbedingt schrumpft. Die Kollagenfasern verdichten mit der Zeit und werden als Flimmern vor den Augen wahrgenommen.

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Außerdem hebt sich der Glaskörper infolge seiner Schrumpfung im hinteren Teil irgendwann von der Netzhaut ab. Das führt zu verstärkten Trübungen der Sicht, Schlieren und manchmal zu Blitzen. Diese sogenannte „hintere Glaskörperabhebung“ ist nicht krankhaft und trifft im höheren Alter viele Menschen. Bei starker Kurzsichtigkeit und Augenverletzungen kann sie auch schon früher auftreten.

Problematisch wird es erst, wenn die Kollagenfasern an der Netzhaut festkleben. Bei der Abhebung des Glaskörpers können sie ein Loch in die Netzhaut reißen. Mikroskopisch kleine Blutungen sind die Folge. Ein Hinweis dafür: Betroffene nehmen einen sogenannten Rußregen wahr – kleine, dunkle Punkte, die mit einem Mal vor den Augen schwirren. Bemerken Sie dieses Flirren, sollten Sie sofort zum Arzt, am besten sogar in die Notaufnahme. Im schlimmsten Fall ist die Netzhaut in Gefahr.


Blitze vor den Augen – abgelöste Netzhaut?

Risse in der Netzhaut können schwerwiegende Folgen haben: Durch die Risse kann nämlich Flüssigkeit des Glaskörpers unter die Netzhaut fließen und sie dadurch abheben. Dieser Schaden kündigt sich oft durch ein blitzartiges Augenflimmern an – vor allem, wenn Betroffene vom Hellen ins Dunkle kommen. Schiebt sich dann noch ein wandartiger Schatten von unten oder von der Seite in Ihr Sichtfeld, sollten die möglichen Ursachen schleunigst beim Augenarzt abklärt werden. Eine Netzhautablösung kann zur Erblindung führen und sollte so früh wie möglich behandelt werden.

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Ursache Schlaganfall?

So oder so gilt: Verschwindet das Augenflimmern nicht oder tritt es ungewohnt häufig auf, ist ein Arztbesuch Pflicht. Denn neben Migräne, niedrigem Blutzucker oder Netzhautproblemen können auch Durchblutungsstörungen im Gehirn für die Sehstörungen verantwortlich sein. Das gilt vor allem, wenn zum Augenflimmern halbseitige Lähmungserscheinungen, Schwindel, Übelkeit, Sprach- oder Bewusstseinsstörungen kommen.