Gesunde Ernährung

Fett und jede Menge Eiweiß: Die Atkins-Diät

Keine Kohlenhydrate, dafür jede Menge Eiweiß und sogar: Fett! Das sind die Grundprinzipien der Atkins-Diät, die schnelle Abnehmerfolge verspricht. Was bringt diese Variante einer Low-Carb-Diät wirklich? Wir haben ihr Diät-Versprechen hinterfragt.

Eines vorweg: Tatsächlich kann man mit dieser Form der Diät innerhalb kurzer Zeit stark abnehmen. Doch das hat seinen Preis. Auch wenn die Diät von dem Arzt Dr. Robert Atkins konzipiert wurde: Der Gesundheit ist sie nicht dienlich – im Gegenteil. Sie birgt gesundheitliche Risiken.

Die Atkins-Diät: So funktioniert sie

Die Atkins-Diät macht sich die Prinzipien unseres Stoffwechsels zunutze. Die Energie-Hauptquelle unseres Körpers sind Kohlenhydrate. Der Körper wandelt sie in den Zellen in Energie um. Fehlen sie, greift er zuerst auf Kohlenhydrate-Reserven und dann auf Fettdepots zu. Das verursacht, dass wir innerhalb kurzer Zeit abnehmen. Allerdings scheidet der Körper beim Verbrennen der gespeicherten Kohlenhydrate viel Wasser aus. Große Gewichtsverluste sind zu Beginn der Atkins-Diät also eher trügerischer Natur. Erst nach einem gewissen Zeitraum setzt der langfristige Gewichtsverlust ein.

Das darf auf den Teller

Die Atkins-Diät setzt Fleisch, Eier, Fisch und sogar Sahne ganz oben auf den Speisezettel. Wer mit der Atkins-Diät abnehmen will, kann bereits am Morgen ein deftiges Eieromlett mit Schinken essen – ohne Kalorien zu zählen, denn darauf verzichtet diese Diätform völlig. Was nicht auf den Teller darf, sind kohlenhydrathaltige Lebensmittel. Dazu zählen Brot und andere Getreideprodukte wie Nudeln, Reis und einige Gemüsearten wie Karotten, Kartoffeln oder Mais. Auch Obst ist tabu. Süßigkeiten enthalten ebenfalls Kohlenhydrate und werden vom Speiseplan verbannt.

Wer die Aktins-Diät ausprobieren will, sollte eiweißhaltige Lebensmittel zu seinem Lieblingsessen machen. Er muss seine Ernährung so umstellen, dass der Eiweißanteil seiner Ernährung 40 Prozent ausmacht, weitere 40 Prozent Fett und nur 20 Prozent Kohlenhydrate.

Fett und Eiweiß – das bleibt nicht folgenlos

Wer sich nach der Atkins-Diät ernährt, nimmt ab. Fettdepots werden abgebaut, man isst weniger, da Eiweiße sehr gut sättigen. Die Fettsäuren wandelt der Körper in sogenannte Ketone um, da er nur so Fette als Energiequelle nutzen kann. Diese verringern zusätzlich das Hungergefühl.

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Doch die Atkins-Diät ist zu einseitig, um gesund zu sein. Der Körper erhält zu wenige Mineralien, Vitamine und Ballaststoffe. Mangelernährung droht, die auch mit Nahrungsergänzungsmitteln nicht verhindert werden kann. Zudem kann die Atkins-Diät  unangenehmen Mund- und Körpergeruch verursachen. Bei der Produktion der Ketone entsteht nämlich übelriechendes Aceton.

Neben Mangelerscheinungen belastet die einseitige Ernährung den Organismus. Durch die hohe Anzahl an Proteinen wird die Niere belastet, Keton kann Gicht verursachen und fette Lebensmittel lassen die Blutfettwerte in die Höhe schnellen. Herz-Kreislauf-Probleme können die langfristige Folge sein.

Risiken überwiegen

Ärzte und Wissenschaftler beurteilen die Atkins-Diät eher kritisch und urteilen, dass die Risiken den Nutzen überwiegen. Eine dauerhafte Nahrungsumstellung nach den Low-Carb-Regeln erscheint nur schwer umsetzbar, Regelverstöße und damit ein Jo-Jo-Effekt sind unvermeidlich. Die stark einseitige Kost lässt zudem den Genuss am Essen vollkommen in den Hintergrund treten. Sie macht also unter Umständen schlank, aber nicht glücklich.

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