Gesunde Ernährung

Estragon – Küchenkraut mit wenig Heilkraft

Frischer Estragon hat einen würzigen, dabei leicht süßlichen Geschmack. Sein volles Aroma entfaltet er, wenn Sie ihn mitkochen. Als Heilkraut eignet er sich weniger, steht ein Inhaltsstoff doch unter dem Verdacht, Krebs zu erregen.

Estragon, auch Kaiser- oder Schlangenkraut genannt, stammt aus Mittelasien. Das 60 bis 150 Zentimeter hoch wachsende Würzkraut gedeiht vor allem in Süd- und Osteuropa sowie in Nordamerika. Botanisch gehört es zur Beifußfamilie, wie auch Wermut oder Eberraute. Estragon hat lange schmale Blätter, die zart nach Anis duften. Die kugelförmigen Blüten changieren in Farbnuancen zwischen weiß und grün. Die beste Erntezeit für die Blätter ist vor der Blüte, die etwa ab April stattfindet, da sie dann am meisten des würzenden ätherischen Öls enthalten. Zupfen Sie die obersten Blätter ab, die unteren und älteren verlieren an Geschmack.  

Wie Sie Estragon in der Küche nutzen

Ob frisch, tiefgefroren, getrocknet oder in Essig eingelegt – Sie können Estragon in der Küche sehr vielseitig einsetzen. Seine ganze Kraft entfaltet er, wenn Sie ihn mitkochen. Beispielsweise verfeinert er Geflügelgerichte, würzt Suppen und Salate. Mit seinem anisähnlichen Aroma rundet er den Geschmack von Kräuterbutter, Kräuterquark und auf Sauerrahm und Mayonnaise basierenden Saucen ab. Zudem eignet sich Estragon, um mit ihm eingelegte Gurken, Öle, Essig oder Senf zu verfeinern. Auch als Bestandteil von Sauce Hollandaise zum Spargel setzen Köche ihn gern ein.

Zusammen mit Petersilie, Schnittlauch und Kerbel gehört Estragon zur französischen Kräutermischung Fines herbes.

Ein kleiner Bund Estragonzweige liegt auf einer hölzernen Oberfläche

(c) Daniel Vincek / Adobe Stock

Welche Inhaltsstoffe im Estragon heilsam wirken

Folgende Wirkungen werden Estragon zugeschrieben:

  • antibakteriell
  • antientzündlich
  • antiepileptisch
  • beruhigend
  • entkrampfend

Der typische, an Anis oder Fenchel erinnernde Geschmack des Estragons stammt von den enthaltenen ätherischen Ölen, darunter:

  • Estragol
  • Phellandren
  • Ocimen

Außerdem stecken in dem Kraut:

  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe (Cumarin)

Zudem liefert es geringe Mengen Delorazepam. Dabei handelt es sich um ein Schmerz- und Beruhigungsmittel. Der Gehalt an dem Stoff ist aber so gering, dass er keine Wirkung entfaltet.

Gegen diese Beschwerden hilft das Kraut

Estragon genießt als Küchenkraut einen guten Ruf, als Heilkraut kommt es kaum zur Anwendung. Die Volksmedizin nutzte es vor allem gegen Beschwerden des Magen-Darm-Trakts

  • als Appetitanreger, weil es den Gallenfluss fördert
  • zur Entgiftung als Harntreiber
  • zur Förderung der Verdauung
  • gegen Rheuma und Muskelkrämpfe

Es gibt jedoch keine seriösen Studien, die diese Eigenschaften belegen.

Die Nebenwirkungen der Heilpflanze

Einige wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das in dem Küchenkraut enthaltene ätherische Öl Estragol in Tierversuchen krebserregend ist. Deshalb dürfen frei verkäufliche Tees und Medikamente kein Estragol und somit keinen Estragon enthalten. Wenn Sie die Würzpflanze in üblichen Mengen für Gerichte nutzen, besteht allerdings keine Gefahr. Es wird aber empfohlen, in der Schwangerschaft und Stillzeit auf estragolhaltige Kräuter wie Estragon und Basilikum zu verzichten.