Knochen, Muskeln & Gelenke

Was ist ein Ermüdungsbruch?

Der Begriff Ermüdungsbruch wird oftmals mit Leistungssportlern in Verbindung gebracht. Tatsächlich kann es aber auch bei Freizeitsportlern passieren, dass ein Knochen infolge dauerhafter Überlastung bricht. Auch Mangelernährung oder Vorerkrankungen können zu dieser sogenannten Stressfraktur führen. Wir klären auf.

Bei einem Ermüdungsbruch ist der Verlauf ein anderer, als bei einem spontanen Knochenbruch. Um einen solchen Ermüdungsbruch zu vermeiden, sollte auf den Körper und vor allem auf die Warnzeichen geachtet werden. Welche das sind und wie ein Ermüdungsbruch verhindert werden kann, verraten wir hier.

Was löst einen Ermüdungsbruch aus?

Es gibt zwei Formen des Ermüdungsbruchs. Zum einen die Stressfraktur und zum anderen die Insuffizienzfraktur – beides wird im Folgenden erklärt.

Ermüdungsbruch durch Extremsport

Es gibt zwei Formen des Ermüdungsbruchs. Eine dauerhafte Überlastung eines gesunden Knochens führt zu einer sogenannten Stressfraktur. Dies ist die häufigere Form des Ermüdungsbruchs. Besonders gefährdet sind Extrem- oder Laufsportler.

Das Hiking (Wandern) erlebt gerade einen aktuellen Hype. Dabei geht es aber nicht um eine gemütliche Wandertour über wenige Kilometer, sondern um das Langstreckenwandern über viele Monate und mehrere Tausend Kilometer.

Bei einer so starken körperlichen Belastung kann es leicht zu kleinen Blessuren einzelner Knochen kommen. Beim Wandern ist vor allem der Mittelfußknochen starken Strapazen ausgesetzt. Ist die Belastung über einen langen Zeitraum hoch, mehren sich die Läsionen. Zugleich bleibt dem Körper zu wenig Zeit, um die Verletzungen wieder zu reparieren. Der Knochen wird in der Folge instabil und porös, bei weiterer Beanspruchung kommt es zum Bruch an dem Knochen.

Ermüdungsbruch durch Vorbelastungen

Die zweite Form des Ermüdungsbruchs ist die Insuffizienzfraktur. Sie entsteht durch eine Überlastung eines bereits erkrankten Knochens. In diesem Fall sind die Knochen durch eine Vorerkrankung, wie zum Beispiel Osteoporose oder Morbus Paget, angegriffen und halten Alltagsbelastungen nicht mehr stand. Dann reichen schon alltägliche Belastungen aus, damit es zu einem Ermüdungsbruch kommen kann.

Weitere Risikofaktoren, die einen Ermüdungsbruch auslösen können sind:

  • Eine einseitige Diät mit Kalziummangel.
  • Geringe Muskelmasse, insbesondere an den Waden. Hierdurch wird der Knochen weniger vom Muskel unterstützt und wird stärker strapaziert.
  • Ein starker Anstieg der Belastung, zum Beispiel durch eine plötzliche Erhöhung des Trainingspensums.
Ermüdungsbruch

Ein Ermüdungsbruch verursacht starke Schmerzen. (c) michelangeloop / Fotolia

Welche Symptome treten bei einem Ermüdungsbruch auf?

Der Verlauf bei einem Ermüdungsbruch ist schleichend. Ebenso verhält es sich bei den Symptomen. Die Knochenschmerzen treten zunächst nur unter Belastung auf und werden oftmals mit Muskelschmerzen verwechselt. Auch ähneln die Symptome zunächst rheumatischen Beschwerden, denn die betroffene Stelle ist leicht angeschwollen, erwärmt und gegebenenfalls leicht gerötet. Bei Ruhe sind dagegen zunächst keine oder kaum Symptome zu beobachten. Dies verleitet oftmals dazu, dass dem Körper zu früh zu viel zugemutet wird.

Im weiteren Verlauf treten die Schmerzen auch im Ruhezustand auf und verstärken sich bei Belastung. Außerdem nimmt die Belastbarkeit des betroffenen Körperteils ab, ein vollständiger Funktionsverlust tritt dagegen nur in weniger als zehn Prozent der Fälle auf.

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Wie erkennt der Arzt den Ermüdungsbruch?

Die meisten Betroffenen suchen erst sehr spät einen Arzt auf, wenn die Beschwerden zu groß sind. Nach einer Befragung des Patienten, in welcher der Arzt sich den Verlauf der Beschwerden und die Symptome beschreiben lässt, kann bereits ein Verdacht auf einen Ermüdungsbruch bestehen.

Um sicherzugehen, wird der betroffene Knochen mit einem bildgebenden Verfahren untersucht, das heißt, es wird geröntgt oder eine MRT oder auch Szintigrafie wird gemacht. Die bevorzugte Variante ist die MRT, da bei diesem Verfahren feine Haarrisse in den Knochen am besten sichtbar werden. Außerdem wird der Arzt versuchen, die Ursache des Ermüdungsbruchs zu diagnostizieren. Ist eine Erkrankung der Grund, muss auch diese behandelt werden.

Wie wird ein Ermüdungsbruch behandelt?

Ein Ermüdungsbruch wird behandelt, indem der gebrochene Knochen ruhiggestellt wird. Ärzte empfehlen mindestens vier Wochen Ruhe. Ob eine deutlich längere Zeitspanne der Ruhe notwendig wird, hängt von der Schwere der Verletzung ab. Weiterhin wird oft Krankengymnastik empfohlen und die Belastung sollte in Absprache mit dem Arzt langsam gesteigert werden, um eine erneute Überlastung zu verhindern.