Magen & Darm

Krank im Urlaub – Was tun gegen Durchfall & Co.?

Endlich ist man im lang ersehnten Urlaub und dann das: Die Verdauung spielt verrückt, man fühlt sich krank und leidet an Übelkeit und Durchfall. Wir verraten, wie Sie schnell wieder auf die Beine kommen.

Plötzliche Erkrankungen können einem ganz schön die Urlaubsstimmung vermiesen. Leider bekommen viele ausgerechnet während einer Reise Durchfall (Fachbegriff: Diarrhö). Schuld daran hat meistens die Darmflora. Sie schützt unseren Körper normalerweise vor Infektionen, indem sie Keime daran hindert, einzudringen. Nur: Im Urlaub kann sie sich manchmal nicht so schnell an die ungewohnte Küche gewöhnen und gerät durcheinander.

Lesen Sie hier, warum das Durchfall-Risiko in bestimmten Ländern hoch ist, was Sie tun können, wenn Sie an Reisedurchfall erkrankt sind, und wie Sie richtig vorbeugen, so dass der Magen-Darm-Trakt gar nicht erst krank wird und Sie Ihren Urlaub rundum genießen können.

Reisedurchfall: Ursachen

Magen-Darm-Infektionen wie Reisedurchfall zählen zu den häufigsten Reisekrankheiten. In verunreinigtem Trinkwasser, rohem Gemüse, ungeschältem Obst und Salat stecken manchmal Keime und Bakterien, die unser Immunsystem nicht gewöhnt ist. Durch diese Irritation können Erreger wie Coli-Bakterien (Fachbegriff: Escherichia coli bzw. E. coli), Salmonellen und Shigellen fäkal-oral übertragen werden und uns krank machen.

Vor allem Reisende in Regionen in Äquatornähe bekommen häufig Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Hinzu kommt: Nicht alle Länder nehmen es mit der Sauberkeit so genau, viele haben vergleichsweise niedrige Hygienestandards.

Auch das lokale Essen kann zu einer Magenverstimmung führen. Die Gewürze, die Zutaten, die Gerüche und der Geschmack sind in fremden Regionen anders als bei uns, und der Darm ist nur das Essen von „zu Hause“ gewöhnt. Insofern besteht hier ein hohes Risiko, an Reisedurchfall zu erkranken.

Häufig tritt der Reisedurchfall bereits in den ersten Tagen auf, meistens mit Bauchkrämpfen und wässrigem Durchfall. Oft verschwindet er wieder, sobald sich der Körper an die neuen Umstände gewöhnt hat. Diarrhö ist an sich nicht gefährlich, kann bei kleinen Kindern und älteren Menschen aber kritisch werden.

Frau mit Magenschmerzen auf der Couch

Magenkrämpfe sind typische Begleiterscheinungen. (c) colourbox.de

Tipps gegen Durchfall auf Reisen: So beugen Sie vor

Die meisten Bakterien und Viren werden über das Leitungswasser und die Lebensmittel aufgenommen. Die hohen Temperaturen in tropischen Ländern wie Ägypten, Thailand oder Laos führen dazu, dass sich die Keime schnell vermehren können. Deshalb ist es wichtig, auf das Trinken von Leitungswasser eher zu verzichten.

Auch das Zähneputzen mit unsauberem Wasser kann gefährlich sein. Daher lieber stilles Wasser aus dem Supermarkt nehmen oder das Leitungswasser vorher abkochen. Selbstverständlich gilt, was uns unsere Omas schon immer gesagt haben: Vor dem Essen immer gründlich die Hände waschen! Um wirklich sicher zu sein, am besten mit abgekochtem Wasser.

Wer diese paar Ratschläge beachtet, kann seinen Urlaub auch in vollen Zügen genießen! Und wer schon betroffen ist, kann damit die schnelle Besserung unterstützen. 

Wann ist es wirklich Durchfall?

Per Definition handelt es sich um Durchfall (Diarrhö), wenn es zu mehr als drei Stuhlentleerungen pro Tag kommt. Hierbei ist die Konsistenz des Stuhls weich oder flüssig. Tritt die Diarrhö plötzlich auf, so wie im Urlaub, sprechen Mediziner von akutem Durchfall.

Welche weiteren Symptome können auftreten?

Diarrhö tritt in den meisten Fällen nicht alleine auf. Häufige begleitende Symptome sind Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden, gelegentlich auch Fieber.

Durch den Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Elektrolyte sind Mineralstoffe, die dafür sorgen, dass wichtige Funktionen in den Körperzellen stattfinden können. Ist der Elektrolyten-Haushalt gestört, kommt es deshalb zu Kreislaufproblemen bis hin zum Kreislaufkollaps.

Behandlung: Was hilft gegen Reisedurchfall?

Medikamente aus der Reiseapotheke sind nicht immer sinnvoll. Vor allem Antibiotika sollte man möglichst nicht nehmen, da sie die Ursachen nicht richtig behandeln und die Darmflora zusätzlich durcheinanderbringen.

Das Wichtigste bei Diarrhö und Reisedurchfall ist, den Flüssigkeits- und Elektrolyt-Verlust wieder auszugleichen. Ärzte raten deshalb, viel Wasser oder Kräutertee zu trinken. Vor allem beruhigende Tees wie Brombeerblättertee, Heidelbeertee, Pfefferminztee oder Anis-Kümmel-Fenchel-Tee können gut helfen. Auch schwarzer Tee sorgt für Linderung und trägt zu einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr bei.

Um den Elektrolyt-Haushalt wieder aufzufüllen, bieten Apotheken spezielle Elektrolyt-Präparate an. Außerdem unterstützen Bananen, Joghurt, fettarmer Fisch oder Zwieback die Verdauung und geben dem Körper wichtige Nährstoffe zurück.

> Durchfall: 9 wirksame Hausmittel.

Wichtig für die Genesung ist es auch, dass Sie auf stressige Aktivitäten verzichten, bis Sie sich nicht mehr matt und krank fühlen.
Aber: Leiden Sie während Ihrer Reise unter sehr starkem Durchfall und/oder anhaltendem Durchfall, sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen.

Tasse mit Kräutertee

Im Urlaub krank? Kräutertees sind milde Helfer bei Durchfall. (c) colourbox.de

Sie sehen: Reisedurchfall ist eine häufige Erkrankung im Urlaub, lässt sich aber in der Regel mit der richtigen Behandlung – und ohne Medikamente wie Antibiotika – schnell in den Griff bekommen.

Und was, wenn man schon auf dem Weg in den Urlaub erkrankt, weil man die Autofahrt nicht verträgt? Was gegen die Reisekrankheit hilft, verraten wir in diesem Artikel.