Gesunde Ernährung

Diabetes – Softdrinks lassen das Risiko klettern

Der Konsum von Softdrinks wie Cola, Limonade und Co steigert das Risiko für Typ-2-Diabetes. Und zwar unabhängig davon, ob ein Mensch übergewichtig ist.

Die Zuckerkrankheit Typ-2-Diabetes verbreitet sich weltweit. Neben dem Übergewicht könnte aber auch der häufige Konsum von Softdrinks wie Cola, Limonaden oder Eistee das Diabetesrisiko erhöhen. Dies gelte unabhängig davon, ob ein Mensch fettleibig sei oder nicht, berichten Forscher aus den USA und Großbritannien.

Softdrinks erhöhen Risiko für Diabetes

Die Forscher unterzogen 17 Studien mit mehr als 38.000 Teilnehmern einer Metaanalyse. Untersucht wurde, ob der Konsum von Getränken mit Zuckerzusätzen, Süßstoffen und Fruchtsäften mit der Entwicklung von Typ-2-Diabetes zusammenhing. Keiner der Studienteilnehmer litt zu Beginn der Untersuchung an Diabetes.

Die Forscher fanden heraus, dass ein hoher Konsum gesüßter Getränke mit einem deutlich höheren Diabetesrisiko verknüpft war. Wer einen Softdrink pro Tag konsumierte, steigerte sein Risiko für die Zuckerkrankheit um 18 Prozent. Weniger deutlich war der Zusammenhang mit der Entwicklung von Typ-2-Diabetes, wenn die Probanden süßstoffhaltige Getränke und Fruchtsäfte konsumiert hatten.

Softdrinks besser nur in Maßen

Dennoch ließen alle drei untersuchten Getränkevarianten das Diabetesrisiko klettern. „Der regelmäßige Verzehr von mit Zucker gesüßten Softdrinks war mit einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert – unabhängig von der Adipositas“, schreiben die Forscher um Dr. Fumiaki Imamura von der britischen University of Cambridge School of Clinical Medicine. Auch wenn der Zusammenhang zwischen Getränken mit Süßstoffen und Fruchtsäften weniger deutlich war: „Sie sind keine gesunde Alternative zu gesüßten Getränke“, so die Autoren.

Die Forscher haben zudem eine Hochrechnung angestellt. Von den erwarteten 20,9 Millionen Diabetes-Neuerkrankungen, die in den nächsten zehn Jahren für die USA erwartet werden, gingen 1,8 Millionen auf das Konto der Softdrinks. Bei den 2,6 Millionen neuen Diabetikern in Großbritannien seien Softdrinks bei 79.000 die Ursache der Zuckerkrankheit.

Zuckersteuer auf Softdrinks

Die Weltgesundheitsorganisation WHO  fordert schon länger eine Zuckersteuer auf alle Lebensmittel, in denen hohe Mengen an Zucker stecken. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft lehnt aber bislang eine Zuckersteuer für „vermeintlich ungesunde“ Lebensmittel ab. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) findet: „Es ist unstrittig, dass heute viele Produkte wie Softdrinks hohe Mengen an Zucker enthalten und damit der Gesundheit abträglich sind.“ Schon heute leben in Deutschland schätzungsweise acht Millionen Diabetiker – die meisten leiden unter Typ-2-Diabetes.

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Quellen:

  • Fumiaki Imamura et al. Consumption of sugar sweetened beverages, artificially sweetened beverages, and fruit juice and incidence of type 2 diabetes: systematic review, meta-analysis, and estimation of population attributable fraction. BMJ 2015; 351 doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.h3576. 21 Juli 2015.
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de (Abruf: 11.8.2015)