Gesund bleiben

Desinfektionsmittel selber herstellen

Dass die Coronavirus-Erkrankung COVID-19 wesentlich ansteckender als zum Beispiel die gewöhnliche saisonale Influenza ist, haben wir in den vergangenen Wochen oft gelesen. Entsprechend stark wollen sich viele Menschen mit Desinfektionsmitteln eindecken, um sich vor dem Coronavirus zu schützen.

Seit dem Ausbruch der Corona-Krise sind diese Mittel allerdings Mangelware in den Regalen der Drogeriemärkte und Apotheken. Desinfektionsmittel kann man jedoch auch selbst herstellen – wie das geht, erfahren Sie hier.

Wie steckt man sich mit dem Coronavirus an?

Eine Ansteckung mit dem Coronavirus kann entweder direkt per Tröpfcheninfektion stattfinden – oder auch über kontaminierte Gegenstände. Wenn erkrankte Personen sich in die Hand niesen oder husten, können sie auch so die Keime weiterreichen: zum Beispiel durch Händeschütteln oder das Anfassen von Türgriffen, Geschirr, Telefonhörern oder weiteren Gegenständen, die mit anderen Menschen geteilt werden.

Das beste Mittel gegen die Verbreitung des neuartigen Virus ist das Einhalten einer hygienischen Nies- und Husten-Etiquette (in die Armbeuge und weg von anderen Menschen niesen und husten) sowie das regelmäßige und sehr gründliche Händewaschen (mindestens 20 Sekunden) mit ausreichend Seife.

Wann kommt ein Desinfektionsmittel anstelle von Seife infrage?

Falls man jedoch unterwegs ist und keinen Zugang zu Wasser und Seife hat, muss man zu Desinfektionsmitteln greifen. Doch nicht alle Desinfektionsmittel haben die gewünschte Wirkung und können Keime tatsächlich töten. Nur Desinfektionsmittel die zu etwa zwei Drittel aus Alkohol (Ethanol/Propanol) bestehen, wirken sicher gegen die Übertragung von Viren und nicht nur gegen Bakterien. Ein weiterer Hinweis, der auf einem wirksamen Mittel stehen sollte ist “viruzid” oder zumindest “begrenzt viruzid”.

Wie kann man Desinfektionsmittel selber herstellen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein offizielles Rezept für die eigene Herstellung von Desinfektionsmittel veröffentlicht. Diese Anleitung richtet sich in erster Linie an Menschen in Entwicklungsländern, die keine ausreichende Versorgung mit frischem Wasser haben und sich aus diesem Grund nicht regelmäßig die Hände waschen können.

Das Rezept zeigt deshalb, wie man mit relativ einfachen und relativ preisgünstigen Mitteln sein eigenes und vor allem effektives Desinfektionsmittel gegen Keime herstellen kann. Wenn Desinfektionsmittel auch hierzulande knapp werden oder bereits sind, ist das Rezept eine gute Idee zur Herstellung für den Eigengebrauch.

Rezept für Desinfektionsmittel

Die benötigten Inhaltsstoffe sind alle in der Apotheke oder online erhältlich. Für 100 ml Desinfektionsmittel benötigt man:

  • 75 ml Isopropanol, Ethanol oder hochprozentigen Weingeist
  • 4 ml Wasserstoffperoxid (dreiprozentige Lösung)
  • 1,4 ml Glycerin
  • 20 ml gereinigtes Wasser aus der Apotheke oder abgekochtes Wasser

Der Alkohol wirkt dabei nicht nur antibakteriell, sondern antiviral und auch gegen umhüllte Viren. Wasserstoffperoxid verlängert die Haltbarkeit der Lösung und Glycerin schützt die Haut zu einem gewissen Grad vor dem Austrocknen. Alle Zutaten kann man am besten in einer Sprühflasche mischen.

Eine etwas abgewandelte Rezeptur beinhaltet neben 80 ml hochprozentigem Alkohol auch 20 ml Aloe-Vera-Saft sowie fünf Tropfen eines ätherischen Öls, wie etwa Teebaum, Nelke, Lavendel, Zitrone, Rosmarin, Zimt oder Eukalyptus. Dabei besitzen ätherische Öle nicht nur einen angenehmen Duft, sondern sind zudem ein natürliches Mittel gegen Keime und Bakterien. Auch Aloe Vera wirkt desinfizierend, bietet aber neben dem ausreichenden Alkohol eher einen Pflegeschutz für die Haut.

Desinfektionsmittel richtig anwenden

Genauso wie das Händewaschen effizient durchgeführt werden muss, gilt es auch ein Desinfektionsmittel richtig anzuwenden. So sprüht man das Mittel am besten in den Handteller und verreibt das Desinfektionsmittel über beide Hände bis einschließlich zum Handgelenk. Wichtig ist dabei, dass die Handrücken, Fingerzwischenräume und Fingerspitzen nicht vernachlässigt werden. Das Mittel sollte am besten 30 Sekunden lang einwirken.

Dennoch gilt weiterhin: Händewaschen ist, solange frisches Wasser und Seife verfügbar sind, einem Desinfektionsmittel vorzuziehen. Denn eine langfristige Anwendung von Desinfektionsmitteln kann die natürliche Schutzbarriere der Haut stören und sie somit sogar anfälliger für das Eindringen von Keimen und Bakterien machen. Wegen des hohen Alkoholgehalts ist das selbstgemachte Mittel leicht entflammbar, könnte Schleimhäute an Mund und Augen reizen und sollte deshalb auch nicht für Kinder zugänglich sein. 

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