Gesundheits-Tipps

Desinfektion im Haushalt: Beugt sie Grippe vor?

Viren und Bakterien lösen Krankheiten aus. Kann es da schaden, wenn Flächen im Haushalt regelmäßig desinfiziert werden? Und wie sieht es mit der Desinfektion der Hände aus? 

Viren und Keime lauern überall und sind gefährlich – so will es uns zumindest häufig die Werbung für Putz- und Desinfektionsmittel glauben machen. Tatsächlich werden zahlreiche Erkrankungen wie Durchfall, Erkältungen oder Hauterkrankungen durch Erreger wie Viren, Pilze oder Bakterien ausgelöst.

Desinfektionsmittel sind chemische Substanzen, die Keime unschädlich machen. Es gibt sie zur Reinigung der Haut und zum Desinfizieren von Flächen. Was liegt da näher, als Desinfektionsmittel im Haushalt großflächig einzusetzen? Tatsächlich sollten Sie aber mit Desinfektionsmitteln sehr bewusst umgehen.

Der Körper braucht Keime

Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen sind natürliche Bestandteile unserer Umwelt. Unser Körper braucht sie für ein starkes Immunsystem, um sich gut gegen Infektionen, Allergien, Neurodermitis und andere Erkrankungen zu schützen. Desinfektionsmittel können das empfindliche Gleichgewicht von Mikroorganismen nachhaltig stören.

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Desinfektionsmittel schädigen Haut und Umwelt

Desinfektionsmittel können nützliche Mikroorganismen in der Umwelt schädigen und gefährliche Keime widerstandsfähiger (Fachbegriff: multiresistent) machen. Gelangen sie ins Abwasser, schädigen sie Wasserorganismen und stören die Reinigung des Wassers durch Bakterien in Kläranlagen. Auch der Haut bekommen Desinfektionsmittel nicht. Sie zerstören nachhaltig ihre natürliche Flora, die sie vor schädlichen Einflüssen von außen schützt, und können Allergien und Ekzeme auslösen.

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Richtige Desinfektion erfordert Fachwissen

Damit eine Desinfektion der Hände erfolgreich ist, müssen gewisse Regeln beachtet werden. Zum Beispiel müssen die verwendeten Mittel auf eine ganz bestimmte Weise aufgebracht werden. Bei manchen Produkten ist es erforderlich, dass die Haut damit mindestens 30 Sekunden lang benetzt ist. Trocknen die Hände schneller, ist die Desinfektion nicht ausreichend.

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Keine Desinfektion im Haushalt

Die Experten des Umweltbundesamts, das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Robert Koch-Institut (RKI) sind der Meinung, dass Desinfektionsmittel deswegen grundsätzlich im Haushalt überflüssig sind. Normale Reinigungsmittel reichen vollkommen aus, um alle Flächen, Bad oder Toilette sauber zu halten.

Hände sind ein wichtiger Faktor bei der Übertragung von Mikroorganismen. Doch das häufige Waschen mit Wasser und Seife reicht völlig aus, um sie hygienisch rein zu halten und eine Infektion zu vermeiden – auch im Winter während der Infektzeit. Grippeviren (Influenzaviren) werden allein durch Seife zum Teil inaktiviert.

Nur wer am Arbeitsplatz täglich vielen Keimen ausgesetzt ist, für den ist regelmäßige Desinfektion der Hände notwendig und gesetzlich vorgeschrieben.

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Desinfektion: Frau wäscht sich ihre Hände

Händewaschen im Haushalt genügt, um Keime in Schach zu halten.

Grundsätze für richtiges Händewaschen

Damit Händewaschen seine hygienische Wirkung entfalten kann, ist es wichtig, die Hände systematisch zu waschen:

  1. Lassen Sie warmes Wasser über Ihre Hände laufen.
  2. Verwenden Sie dann Seife und verreiben Sie sie 30 Sekunden lang zwischen den Händen.
  3. Vergessen Sie dabei nicht Ihre Fingerspitzen und Fingerzwischenräume.
  4. Danach die Hände abspülen und gründlich abtrocknen.

Waschen Sie Ihre Hände immer …

• wenn Sie von draußen kommen/schmutzige Hände haben
• nach dem Toilettengang
• vor und während des Umgangs mit Lebensmitteln
• nach Kontakt mit Abfällen
• nach Kontakt mit Tieren
• vor und nach dem Kontakt mit kranken Menschen
• vor und nach dem Kontakt mit Wunden
• Sie in Ihre Hände geniest oder gehustet haben

Wichtig: Wer sich die frisch gewaschenen Hände an einem schmutzigen Handtuch abtrocknet, hat nichts gewonnen. Darum Handtücher regelmäßig wechseln!