Gesunde Ernährung

Dattelsirup – Eine gesunde Zucker-Alternative?

Dattelsirup gilt als adäquater Ersatz zu herkömmlichen Industriezucker. Der Sirup eignet sich jedoch aufgrund seines hohen Anteils an Fructose nicht für jeden.

Dattelsirup besitzt deutlich weniger Kalorien als normaler Rohrzucker und hat zudem positive Effekte auf unsere Verdauung. Aber eignet sich die beliebte Leckerei in Sirupform tatsächlich als alternatives Süßungsmittel? Wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile von Dattelsirup auf und erklären Ihnen, wie Sie diesen selber herstellen können.

Was ist Dattelsirup?

Im Orient wird Dattelsirup bereits seit vielen Jahrhunderten verwendet und geschätzt. Doch obwohl sich die Früchte in Deutschland schon lange großer Beliebtheit erfreuen, ist Dattelsirup hierzulande noch recht unbekannt. Dabei stellt dieser eine vielseitig einsetzbare Alternative zu industriell hergestelltem Zucker oder Rohrzucker dar und kann kinderleicht selbst hergestellt werden. Benötigt werden lediglich entsteinte Datteln und Wasser.

Dattelsirup – Vor- und Nachteile gegenüber Haushaltszucker

Weißer Zucker gilt als Hauptverursacher für Karies und Übergewicht – das zu viel Zucker also auf Dauer der Gesundheit schadet, sollte inzwischen allgemein bekannt sein. Somit suchen die Menschen stetig nach einem adäquaten Ersatz. Die beiden wohl bekanntesten natürlichen Alternativen sind Agavendicksaft, Honig und Ahornsirup. Die Chancen, dass sich Dattelsirup ebenfalls einen Platz in der Liste der besten natürlichen Zucker-Alternativen sichert, stehen gut.

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Vorteile gegenüber Haushaltszucker

Im Gegensatz zum Haushaltszucker, besitzen Datteln eine ganze Reihe an Vitalstoffen, die unserer Gesundheit nicht schaden, sondern sie unterstützen:

  • Kalium
  • Calcium
  • Magnesium
  • Eisen
  • Beta Carotin (Vorstufe zu Vitamin A)
  • Vitamin D
  • Vitamin C
  • Vitamin B3 und B5
  • Folsäure
  • Phosphor
  • Natrium

Die süßen Früchte gelten als besonders verdauungsfördernd und werden z.B. häufig zur Vorbeugung von Verstopfungen empfohlen. Zudem sind sie reich an Ballaststoffen. Besonders beliebt sind Datteln bei Ausdauersportlern, da sie dank des hohen Glucose- und Fruktosegehalts als schneller Energiespender genutzt werden. Auch Diabetiker profitieren vom Dattelsirup, da dieser weniger Kalorien besitzt als herkömmlicher Rohrzucker. Des Weiteren enthalten Datteln Antioxidantien wie zum Beispiel das bakterienhemmende Polyphenol.

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Nachteile gegenüber Haushaltszucker

Auch wenn Dattelsirup keinerlei Zusatzstoffe besitzt und benötigt und viele positive Eigenschaften auf unsere Gesundheit hat, gibt es dennoch zwei kleine Nachteile:

  • Hoher Fructosegehalt
  • Teurer als Haushaltszucker

Aufgrund des sehr hohen Fructosegehalts eignet sich Dattelsirup nur bedingt für Menschen mit einer Fructoseintoleranz. Zudem sind Datteln deutlich teurer als der normale weiße oder braune Haushaltszucker.

Vorsicht bei künstlich hergestelltem Dattelsirup

In einigen Supermärkten und auch im Internet wird künstlich hergestellter Dattelsirup angeboten. Dieser ist zwar etwas günstiger, besitzt dafür aber auch nicht die positiven Eigenschaften wie der natürlich hergestellte Dattelsirup.

Zudem besteht der künstlich hergestellte Sirup nur aus verschiedenen Aromen und unterschiedlichen Zuckersorten. Im Zweifelsfall immer auf die Zutatenliste schauen. „Echter“ Dattelsirup besteht nur aus Datteln und Wasser, gegebenenfalls noch mit der Zugabe von Zimt, Orangensaft, Apfelsaft, Zitronensaft oder Vanille.

Wie kann man Dattelsirup selber herstellen?

Im stationären Handel ist Dattelsirup meist recht teuer. Sie können die natürliche Süße jedoch ohne viel Aufwand und sehr geringen Wareneinsatz ganz einfach selbst herstellen. Die Bezeichnung „Sirup“ ist in diesem Fall eventuell etwas verwirrend, da es sich eher um eine Art Melasse oder Mousse handelt. Je mehr Wasser Sie hinzufügen, desto flüssiger wird die Dattelmasse – allerdings verliert sie dann auch an Süßkraft und Geschmack.

Ein Löffel mit selbstgemachtem Dattelsirup

Dattelsirup ist ein günstiges Süßungsmittel. (c) Adobe Stock / Swapan

Für selbst gemachten Dattelsirup benötigen Sie:

  • 150 Gramm Datteln (ungesüßt, getrocknet und entsteint)
  • 250 ml stilles Wasser (Leitungswasser)

So geht’s:

  1. Wasser aufkochen und anschließend gemeinsam mit den Datteln in eine hitzebeständige Schüssel geben.
  2. Datteln ca. 1 Stunde im Wasser einweichen lassen.
  3. Datteln gemeinsam mit dem Wasser in einen leistungsstarken Mixer geben und so lange pürieren, bis eine glatte Masse entstanden ist.

Sollte die Masse noch nicht flüssig genug sein, dann einfach so lange schlückchenweise Wasser nachgeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Anschließend im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von einer Woche aufbrauchen.

Tipp: Wenn Sie den selbst hergestellten Dattelsirup noch etwas verfeinern bzw. aromatisieren möchten, können Sie zusätzlich noch eine Messerspitze Zimt, ein wenig frische Vanille, einen Spritzer Zitrone oder etwas Orangensaft hinzufügen.

Dattelsirup – Antibiotische Wirkung?

Dattelsirup gilt nicht nur als hervorragende, natürliche und gesunde Zuckeralternative, sondern könnte zukünftig auch medizinisch wertvoll sein. Eine Studie fand nun nämlich heraus, dass Dattelsirup ähnlich wie ein Antibiotikum wirkt. Unter der Leitung von Dr. Ara Kanekanian fand der Student Hajer Taleb (Cardiff Metropolitan University) gemeinsam mit einem Forscherteam heraus, dass natürlicher Dattelsirup in der Lage ist das Wachstum bestimmter Bakterienarten deutlich zu hemmen. Getestet wurden unter anderem massive Bakterienstämme wie:

  • Staphylococcus aureus (Auslöser von Haut- und Schleiminfektionen)
  • Pathogene Escherichia coli (Verursacher von Darminfekten)
  • Pseudomonas aeruginosa (Auslöser von Wundinfektionen)
  • Pathogene Enterococcus spp. (z.B. systemische Entzündungen)

Die in den Datteln und somit auch im Sirup enthaltenen Phenolverbindungen sorgten dafür, dass die Verbreitung der Bakterien stark eingedämmt wurden. Bei den Tests zeigte der Dattelsirup bereits nach sechs Stunden seine volle Wirkung. Das ist schneller als bei Manuka-Honig, dem eine sehr ähnliche Wirkung nachgesagt wird.