Magen & Darm

Das hilft gegen Verdauungsprobleme bei Fibromyalgie

Etwa 70 Prozent der von Fibromyalgie betroffenen Menschen leiden an Verdauungsbeschwerden. Was hilft?

Wer an Fibromyalgie erkrankt ist, leidet häufig an Muskelschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten. Aber auch Magen-Darm-Probleme können auftreten. Häufige Symptome sind Durchfall, Verstopfung oder Blähungen. Meist tritt bei Fibromyalgie-Patienten eine Kombination dieser Verdauungsprobleme auf.

Ursachen der Verdauungsstörungen bei Fibromyalgie

In der medizinischen Fachliteratur ist mittlerweile unbestritten, dass es eine Verbindung zwischen Fibromyalgie und Verdauungsproblemen gibt. Wie diese konkret aussieht, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt. Physische Anomalien in den Verdauungsorganen werden selten festgestellt. Fachleute vermuten, dass Fibromyalgie mit einer erhöhten Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren einhergeht. Während bestimmte Nahrungsmittel bei den meisten Menschen nur zu geringen Beschwerden führen, können sie bei Fibromyalgie-Patienten gravierende Blähungen und Krämpfe verursachen.

> Weitere Gründe für Blähungen

Darüber hinaus können bestimmte konventionelle Arzneimittel Nebenwirkungen verursachen, darunter auch Verdauungsbeschwerden. Dazu gehören beispielsweise nichtsteroidale Antirheumatika, die häufig zur Therapie der Fibromyalgie eingesetzt werden.

Hilfreiche Hausmittel gegen die Beschwerden

Hausmittel können für eine gute Verdauung der Lebensmittel und für eine gesunde Darmbewegung sorgen. Zunächst einmal sollten Sie Ihrem Verdauungssystem einen Gefallen tun und ihm die Schwerstarbeit abnehmen, indem Sie Ihre Nahrung richtig kauen. Ein chinesisches Sprichwort besagt: „Der Magen hat keine Zähne.“ Daher ist es wichtig, dass Sie Ihr Essen ordentlich kauen, um die wertvollen Nährstoffe auch richtig aufnehmen zu können.

Werfen Sie einen kritischen Blick auf Ihren Speiseplan. Mit bestimmten Lebensmitteln kommt Ihr Verdauungssystem weniger gut zurecht, sodass diese eher zu Problemen führen. Insbesondere Koffein und Zucker gilt es so weit wie möglich zu vermeiden – auch da ein übermäßiger Konsum schlapp und antriebslos macht. Gezieltes Weglassen bestimmter Nahrungsmittel kann Ihnen dabei helfen, die für Sie ideale Ernährung zu finden.

Präbiotika und Probiotika unterstützen die natürliche Darmflora. Sie werden meist in Milchprodukten (z. B. Joghurt, Joghurtdrinks, Quark) oder als Nahrungsergänzungsmittel und Arznei angeboten.

> So können Sie Ihre Darmflora stärken

 Pflanzliche Mittel gegen Verdauungsprobleme

Es gibt verschiedene Heilpflanzen, die eine lange Tradition bei der Behandlung von Verdauungsbeschwerden haben:

  • Magenbitterkräuter wie Schafgarbe und Tausendgüldenkraut schmecken bitter und regen dadurch die Produktion von Magensäure an, was für eine effiziente Verdauung der Nahrung sorgt.
  • Chicorée-Salat und Löwenzahn regen – vor der Hauptmahlzeit gegessen – ebenfalls die Verdauung an.
  • Gewürze: Basilikum, Rosmarin, Thymian, Oregano, Majoran, Anis, Kardamom,Wacholder, Nelken, Liebstöckel und Ingwer regen den Appetit und die Produktion der Verdauungssäfte an.
  • Leinsamen: Wenn Sie über einen längeren Zeitraum an Verstopfung leiden, haben sich Leinsamen als hilfreich erwiesen.
Verdauungsprobleme: Leinsamen hat sich bewährt

Leinsamen haben sich bei Verstopfung bewährt. (c) Colourbox

> Leinsamen, Flohsamen und Co.

Verdauungsprobleme ganzheitlich behandeln

Falls es sich bei Ihren Verdauungsproblemen um Nebenwirkungen eines Medikaments handelt, das Ihnen aufgrund der Fibromyalgie von Ihrem Arzt verschrieben wurde, sollten Sie ihn fragen, ob es eine alternative Behandlung gibt, die nicht mit Verdauungsbeschwerden einhergeht.

Darüber hinaus hat Ihr Arzt die Möglichkeit, Sie auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien zu testen, sodass er Ihnen einen Ernährungsplan erstellen kann, mit dem Sie auslösende Nahrungsmittel meiden. Falls Ihnen die pflanzlichen Mittel bei Magenverstimmungen, Blähungen oder Verstopfung nicht helfen, kann Ihr Arzt Ihnen auch konventionelle Varianten empfehlen. Allerdings sollten Sie dabei zuerst die möglichen Nebenwirkungen dieser Behandlungsmethoden besprechen.

> Verdauungsprobleme in den Wechseljahren