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Corona-Selbsttests: Die wichtigsten Fakten zu den Tests für zuhause

Inzwischen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um eine Infektion mit Corona nachweisen zu können und damit die Pandemie weiter einzudämmen. Corona-Selbsttests gehören ebenfalls mit dazu. Doch mit der Testmöglichkeit für zuhause kommen auch neue Fragen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Corona-Selbsttests?

Tests zum Nachweis von SARS-CoV-2 gehören mittlerweile fest zur Pandemiebekämpfung dazu. Doch inzwischen gibt es zahlreiche Testmöglichkeiten, die eine Ansteckung mit dem Coronavirus nachweisen können. Neben den Abstrichen, die von Fachpersonal entnommen und im Labor ausgewertet werden, gibt es inzwischen die Selbsttests.

Die Corona-Selbsttests sind seit Anfang 2021 für den Privatgebrauch zugelassen und erlauben eine Selbsttestung von Privatpersonen für zuhause. Sie gehören zu der Variante der Antigen-Tests. Alle Nachweismöglichkeiten zielen darauf ab, eine Infektion mit Corona festzustellen, mit oder ohne Symptome, damit die Erkrankten schnellstmöglich isoliert und behandelt werden können. So kann auch die Virusverbreitung eingedämmt werden. Doch wo genau liegen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Testmöglichkeiten? Diese drei Varianten gibt es mittlerweile:

  • PCR-Tests: Bei dieser Variante wird das Erbgut des Coronavirus im Labor nachgewiesen. Dazu erfolgt eine Probeentnahme durch medizinisches Personal aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum. Die PCR-Tests gibt es inzwischen auch als Schnelltest-Variante für den mobilen Einsatz. Im Gegensatz zu den Labortests sind sie jedoch weniger zuverlässig.
  • Antigen-Test: Hier werden Eiweißfragmente (Proteine) aus der Hülle des Virus nachgewiesen. Die Probe wird dazu meist aus dem hinteren Nasenbereich entnommen. Die Antigentests (auch „Schnelltests“ genannt) liefern die Ergebnisse schon nach knapp 15-20 Minuten.
  • Corona-Selbsttest: Diese Tests gehören zu den Antigen-Tests, können aber ohne medizinische Vorkenntnisse zuhause selbst durchgeführt werden. Die Probeentnahme erfolgt hier aus dem vorderen Nasenbereich und ist somit einfacher zu handhaben.
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Corona-Schnelltest für zuhause: Wie funktioniert das?

Nachdem Selbsttests grundsätzlich für den Privatgebrauch zugelassen sind, gibt es inzwischen eine Reihe an verschiedenen Möglichkeiten, um diese durchzuführen. Alle Corona-Selbsttests zielen wie die Antigen-Tests darauf ab, bestimmte Virus-Proteine im Speichel nachzuweisen. Die Tests unterscheiden sich in ihrer Anwendung, denn es gibt inzwischen drei Methoden für die Probengewinnung bei Schnelltests:

  • Gurgeltest
  • Spuck- oder Lutschtest
  • Stäbchen- oder Abstrichtest

Beim Gurgeltest wird mit einer speziellen Lösung gegurgelt. Meistens handelt es sich bei dieser Lösung um eine Kochsalzlösung. Anschließend wird die ausgespuckte Gurgelflüssigkeit auf Virus-Bestandteile untersucht, um so eine Corona-Infektion festzustellen.

Spuck- oder Lutschtests stellen eine schmerzfreie Alternative zu den gängigen Abstrichtests dar. Hier wird entweder in ein Röhrchen gespuckt oder ein Stäbchen im Mund hin und her bewegt, um so ausreichend Speichel für eine Untersuchung zu gewinnen.

Achtung: Noch nicht alle dieser Testmöglichkeiten sind für den Eigengebrauch als Selbsttests zugelassen. Ob, wann und in welchem Umfang diese Varianten auch als Selbsttests möglich sein werden, ist zum derzeitigen Stand noch nicht abzusehen.

Der Stäbchen- oder Abstrichtest ist der momentan in Deutschland zugelassene Selbsttests, der vornehmlich eingesetzt wird. Es gibt verschiedene Hersteller, doch die Vorgehensweise der Probeentnahme ist die gleiche. Lesen Sie sich die vollständige Anleitung des Herstellers vor Testbeginn gründlich durch und nehmen Sie sich Zeit für die Ausführung des Tests. Nach Öffnen der Packungen sollte der Test spätestens innerhalb 1 Stunde durchgeführt werden.

Inhalt und Anwendung eines Corona-Selbsttest-Sets

Das Test-Set besteht meist aus:

  • einem verlängertem Wattestäbchen
  • einer Lösungsflüssigkeit mit Röhrchen (entweder getrennt voneinander oder die Lösungsflüssigkeit befindet sich direkt im Röhrchen)
  • einer Testkassette

Dabei sieht die Anwendung des Corona-Selbsttests folgendermaßen aus:

  1. Damit das Sekret, das die höchste Konzentration an Viren enthält, in den vorderen Bereich der Nase kommt, putzen Sie sich einmal gründlich die Nase.
  2. Stecken Sie das Röhrchen in die dafür vorgesehene Halterung der Packung. Geben Sie, wenn nötig, die Lösungsflüssigkeit in das Teströhrchen.
  3. Das mitgelieferte verlängerte Wattestäbchen wird ca. 2-3 cm tief in den vorderen Nasenbereich eingeführt. Dieser Vorgang kann als unangenehm sein, darf aber keine Schmerzen bereiten. Das Stäbchen sollte in der Nase mindestens 5 Mal hin und her gedreht werden, um möglichst viel Sekret aufzunehmen.
  4. Wiederholen Sie den Vorgang im anderen Nasenloch.
  5. Das Wattestäbchen wird in das Teströhrchen gegeben und einige Male gedreht. Bei den meisten Herstellern sollte das Stäbchen für rund 1 Minute in der Lösung bleiben.
  6. Nach dieser Zeit kann das Stäbchen aus dem Röhrchen entfernt werden.
  7. Anschließend geben Sie so viele wie in der Anleitung angegebene Tröpfchen (meist sind es 3 Tröpfchen) auf die vorgegebene Stelle der Testkassette.
  8. Warten Sie 15 bis 20 Minuten, bis Sie das Testergebnis von der Testkassette ablesen können. Unter- oder überschreiten Sie diese Zeit nicht, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.
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So zuverlässig sind die Selbsttests

Wichtig: Alle Tests stellen immer nur eine Momentaufnahme dar und besitzen daher begrenzte Gültigkeit! Ein heute noch negatives Testergebnis kann morgen schon positiv ausfallen. Wichtig ist daher, weiterhin die gängigen Hygieneregeln (AHA+L-Regeln) zu beachten.

Egal, um welchen Corona-Test es sich handelt: Keiner kann absolute Sicherheit geben. Wichtig ist jedoch, dass der Selbsttest zuverlässig und nach Anleitung durchgeführt wird. Die Antigen-Tests, zu denen auch der Corona-Selbsttest gehört, sind grundsätzlich weniger zuverlässig als die PCR-Tests. Das liegt daran, dass sie erst ab einer gewissen Virenmenge eine Infektion nachweisen können und weniger sensitiv sind als die PCR-Methode. Gerade Personen, die noch keine Covid-19-Symptome aufweisen, werden von Schnelltests schlechter erkannt.

Für zusätzliche Gewissheit ist ein PCR-Test trotz negativen Selbsttest in folgenden Fällen ratsam: wenn dennoch Symptome auftreten, sich der Gesundheitszustand verschlechtert oder ein berechtigtes Restrisiko bleibt (z. B. durch den direkten Kontakt mit einer infizierten Person).

Gut zu wissen: Die Kriterien Spezifität und Sensitivität sind bei den Selbsttests entscheidend. Die meisten Tests geben Werte von mindestens 98 % (Spezifität) und über 95 % (Sensitivität) an. Spezifität beschreibt die Anzahl der tatsächlich negativen Ergebnisse unter den gesunden Personen (bei 100 Personen sind also 98 mit negativem Ergebnis, 2 Personen erhalten ein falsch positives Ergebnis). Die Sensitivität beschreibt den Anteil der tatsächlich Positiven unter den getesteten Personen (bei 95 % haben also 95 von 100 Corona-Infizierten tatsächlich ein positives Ergebnis und 5 Personen sind fälschlicherweise negativ).

Corona-Selbsttest positiv: Was tun?

Welche Form von Test auch durchgeführt wird, bei einem positiven Ergebnis sollte immer die gleiche Vorgehensweise gelten: Begeben Sie sich umgehend in häusliche Quarantäne und kontaktieren Sie Ihre Hausarztpraxis oder die Hotline des Gesundheitsamtes 116 117. Ein positiver Schnell- oder Selbsttests sollte unbedingt mit einem professionellen PCR-Test überprüft werden. Eine offizielle Meldepflicht für positive Selbsttests gibt es bislang noch nicht.

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Häufig gestellte Fragen zum Thema Corona-Selbsttests

Was ist ein Corona-Selbsttest?

Die Corona-Selbsttests gehören zu den Antigen-Tests. Sie werden Privatpersonen zur Eigenanwendung zur Verfügung gestellt und können ein bestimmtes Virus-Protein in der Speichelprobe nachweisen.

Wie funktioniert ein Corona-Selbsttest?

Bei einem Corona-Selbsttest wird die Probe nach der Entnahme mit einem Lösungsmittel gemischt und auf eine Testkassette aufgetragen. Nach rund 15-20 Minuten lässt sich ein Ergebnis ablesen. Die Probe kann je nach Art des Selbsttests mithilfe eines Abstriches im vorderen Nasenbereich oder durch Gurgeln, Spucken oder Lutschen genommen werden. Nur die erste Variante ist in Deutschland aktuell zugelassen.

Wie zuverlässig ist ein Corona-Selbsttest?

Wichtig ist, dass der Selbsttests gewissenhaft und nach Anleitung durchgeführt wird. Die Antigen-Tests sind grundsätzlich weniger zuverlässig als PCR-Tests.

Für wen eignet sich ein Corona-Selbsttest?

Da der Abstrich aus dem vorderen Nasenbereich entnommen wird, sind Corona-Selbsttest für den Eigengebrauch ohne medizinische Kenntnisse zugelassen. Kinder und Menschen mit Einschränkungen sollten bei der Durchführung unterstützt werden.

Was tun bei einem positiven Corona-Selbsttest?

Bei einem positiven Ergebnis sollten Sie sich umgehend in Isolation begeben und Ihre Hausarztpraxis oder das Gesundheitsamt kontaktieren. Das Ergebnis des Selbsttests sollte anschließend mit einem professionellen PCR-Test überprüft werden.

Gibt es eine Meldepflicht für einen positiven Corona-Selbsttest?

Nein, eine Meldepflicht bei einem positiven Corona-Selbsttest besteht (bislang) nicht. Allerdings sollte man sich bei einem positiven Testergebnis vorsichtshalber in Quarantäne begeben und den Befund mit einem PCR-Test abklären lassen.

Wo kann man einen Corona-Selbsttest kaufen?

Mittlerweile sind eine Reihe an Corona-Selbsttests zugelassen. Diese bekommen Sie in Apotheken, in Discountern, Supermärkten und bei Drogerieketten oder auch online.