Bewegung & Fitness

Bouldern – eine andere Art des Kletterns

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts erfunden, gewinnt Bouldern in den letzten Jahren immer mehr neue Anhänger.

Bouldern ist eine Form des Kletterns. Allerdings bleiben Boulder stets in Absprunghöhe und klettern ohne Seil und Gurt. Bei uns erfahren Sie alles über die benötigte Boulder-Ausrüstung, die Vor- und Nachteile sowie den Unterschied zwischen Bouldern und Klettern.

Was ist Bouldern?

Der Ausdruck „Bouldern“ stammt vom englischen Wort „Boulder“, welches übersetzt „Felswand“ bedeutet. Im Gegensatz zum Sportklettern oder Climbing klettert man beim Bouldern an niedrigen Wänden oder Felsen und nicht in luftigen Höhen. Und das Ganze ohne Gurt und Seil. Aus diesem Grund sind die Boulder nie höher als vier Meter, sodass die Sportler abspringen können, ohne sich zu verletzen. Ist beim Klettern vor allem die Ausdauer entscheidend, kommt es beim Bouldern eher auf die Kraft an.

Wo kann man Bouldern?

Bouldern kann man sowohl in einer Halle als auch im Freien. Nicht nur in Großstädten gibt es immer mehr Kletterhallen mit Boulderwänden oder reine Boulderhallen. Die bunten Griffe laden dazu ein, viele Routen zu testen, um die eigenen Grenzen zu überwinden. Es wird nicht nur vertikal nach oben, sondern auch horizontal, also parallel zum Boden, geklettert.

Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der Routen sind am Startgriff mit verschiedenen Farben gekennzeichnet. Ziel dabei ist, den obersten Griff zu erreichen. Möchten Sie in der freien Natur bouldern, müssen Sie eine geeignete Felswand finden, die nicht zu hoch und nicht zu glatt ist. Die Griffe bestehen hier, anders als in der Halle, oft nur aus kleinen Vorsprüngen und Nischen im Felsen.

Ein Schulmädchen klettert freihändig an einer Boulderwand entlang.

Auch für Kinder ist Bouldern eine tolle Sportart. (c) Olha / Fotolia

Bouldern stärkt die Muskulatur

Genauso wie Klettern ist Bouldern eine Sportart, die sowohl die Arm- als auch die Beinmuskulatur stärkt. Auch der Rücken, der Rumpf und die Bauchmuskeln werden bei den Klimmbewegungen beansprucht, außerdem trainieren Sie beim Bouldern Ihr Gleichgewicht und Ihre Koordination. Es handelt sich somit keineswegs um einseitige Übungen, wie zum Beispiel im Fitnessstudio, wo nur bestimmte Muskelgruppen einzeln trainiert werden.

Nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche profitiert von der Klettererfahrung. Es ist erwiesen, dass Bouldern das Selbstbewusstsein steigert und sogar unterstützend bei Depressionen helfen kann.

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Keine Vorerfahrung und keine teure Ausrüstung nötig

Der größte Vorteil beim Bouldern ist, dass Sie keine teure Ausrüstung kaufen müssen. Ein Paar robuste Kletterschuhe und ein Beutel Magnesiumkarbonat sind ausreichend. Das Magnesium ist wichtig, um die Feuchtigkeit auf den Handflächen zu absorbieren und besser greifen zu können.

Ein weiterer Vorteil dieser Sportart ist, dass Sie auch für Einsteiger leicht zu erlernen ist und Sie somit nicht zwingend einen Kurs benötigen, bevor Sie loslegen. Möchten Sie dennoch die richtigen Klettertechniken erlernen, reicht oft ein Kompaktkurs, der in der Regel eine Stunde dauert und in jeder Kletterhalle gebucht werden kann.

Weiterhin benötigen Sie weder einen Partner, der Sie sichert, noch ein ganzes Team mit mehreren Leuten. Zwar tauschen sich Boulderer gerne untereinander über ihre Erfahrungen aus, dennoch kann jeder selbst über Routen und Ziele entscheiden. Im Gegensatz zum Klettern mit Gurt und Seil ist Bouldern auch für Menschen geeignet, die unter Höhenangst leiden, da die Höhe von 4 Metern in der Regel nicht überschritten wird.

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Absicherung und das Trainieren der Muskulatur

Ein Nachteil beim Bouldern ist die mögliche Verletzungsgefahr. Im Vergleich zum Klettern mit Seil sind Unfälle häufiger, verlaufen aber weniger schwer. In einer Boulderhalle liegen Matten auf dem Boden, um die Gefahr von Knochenbrüchen und Prellungen bei Stürzen zu minimieren. Klettern Sie im Freien, müssen Sie selber gepolsterte Unterlagen unter oder möglichst nah die Felswand legen. Die richtige Absprungtechnik zu beherrschen hilft, Verstauchungen zu verhindern.

Doch nicht nur Stürze sind eine Gefahrenquelle beim Bouldern. Die kraftintensiven Bewegungen können vor allem Arme, Schultern und Finger stark belasten, die das Körpergewicht aushalten müssen. Sehnenentzündungen und Bänderrisse sind oftmals die Folge. Am häufigsten betroffen sind die Ringbänder der Finger.

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Die beste Prävention gegen solche Läsionen besteht darin, in Maßen zu trainieren und die eigenen Grenzen nicht allzu sehr auszureizen. Erfahrene Boulderer sollten nicht mehr als viermal pro Woche trainieren, älteren Menschen und Anfängern empfehlen Experten, einfache Routen vorzuziehen. Finger und Arme vor dem Klettern mit lockeren Übungen aufzuwärmen, ist ebenfalls wichtig.

Bei Beschwerden nach einer Trainingseinheit sollten Sie umgehend einen Sportmediziner aufsuchen und zunächst eine Pause einlegen.

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