Alternativmedizin & Naturheilkunde

Bockshornklee – Gewürz und Heilmittel zugleich

Bockshornklee scheint ein Allround-Wundermittel zu sein. Es hilft bei Appetitlosigkeit, Diabetes und erhöhtem Cholesterin. Auch bei Hautproblemen lindert die Heilpflanze die Beschwerden. Doch wie genau werden die Samen der Pflanze verwendet?

Bockshornklee ist ein fester Bestandteil in vielen indischen Gerichten und Currys. Zudem wird der Pflanze eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt, die zum Teil sogar durch die Schulmedizin anerkannt wird. Hier erfahren Sie mehr über die heilenden Eigenschaften, wo Bockshornklee herkommt und in welcher Form die Pflanze angewandt wird.

Herkunft und Geschmack des Bockshornklees

Trigonella foenum-graecum lautet der lateinische Name des Bockshornklees und bedeutet übersetzt „griechisches Heu“. Die Pflanze wurde in ihrem Ursprungsland Persien in erster Linie als Tierfutter verwendet. Von Persien aus gelang das Kraut ins alte Ägypten und von dort auch zu den Römern, die das Gewächs nicht nur für ihre Tiere verwendeten, sondern auch als Gewürz in verschiedenen Gerichten. Bis heute ist die Pflanze insbesondere in Ägypten, Indien und dem Nahen Osten heimisch.

Der intensive und außergewöhnliche Geschmack hat Karl den Großen im 9. Jahrhundert so sehr begeistert, dass er den Anbau der Pflanze in deutschen Klostergärten anordnete. Leider ist Bockshornklee in heutigen deutschen Küchen nur noch selten zu finden. Eigentlich schade, da dieses Gewürz so vielen tollen Gerichten eine ganz besondere Aromatik verleihen kann. Bockshornklee erinnert ein wenig an Liebstöckel und passt dank seines leicht würzigen-bitteren Geschmacks zum Beispiel wunderbar zu Fisch, Lamm, Rind oder Schwein. In der Schweiz ist Käse mit Bockshornklee sehr beliebt. In der indischen Küche werden Bockshornklee-Samen und auch die Blätter – auf Hindi als Methi bekannt – in vielen verschiedenen Gerichten und Gewürzpulvern verwendet. Zu den bekanntesten Gerichten zählen zum Beispiel Aloo-Methi, Kasoori-Methi, Kofta und Masala Chana.

 

Welche heilenden Kräfte stecken im Bockshornklee und welche Anwendungsgebiete gibt es?

Bereits vor über 4.000 Jahren hat die Menschheit Bockshornklee als Heilmittel genutzt. Mithilfe von kleinen Wickeln wurden z.B. Schmerzen bei einer Entzündung gelindert oder Ekzeme, Furunkeln, Geschwüren und andere Hautprobleme behandelt. Anhänger der Naturheilkunde schwören noch heute bei Rückenschmerzen oder Hexenschuss auf die heilende Wirkung des Klees.

Umschlag mit Bockshornklee-Brei zur äußeren Anwendung 

Zur Herstellung eines Umschlages kochen Sie einfach 50 g pulverisierte Bockshornkleesamen in 250 ml Wasser für ca. 5 Minuten auf, bis ein Brei entsteht. Brei etwas abkühlen lassen, noch lauwarm auf ein Handtuch geben und auf die betroffene Stelle legen.

Neben der äußerlichen Anwendung kann die Pflanze jedoch auch innerlich wirken. Als traditionelles Arzneimittel wird Bockshornklee zur Behandlung von Appetitlosigkeit, Diabetes mellitus und leicht erhöhtem Cholesterinspiegel eingesetzt.

 

Bockshornklee-Tee zur inneren Anwendung

Eine Glastasse voll Bockshornkleetee. Daneben steht eine Schale mit einem Löffel voller Bockshornkleesamen

(c) olyasolodenko / Adobe Stock

1 EL Bockshornkleesamen sowie 2 Zimtstangen im Mörser zerstoßen und anschließend mit 750 ml Wasser in einem Topf für 5 Minuten bei geringer Hitze leicht köcheln. Anschließend vom Herd nehmen und weitere 5 Minuten ziehen lassen. Tee durch ein Sieb gießen und optional mit etwas Honig süßen. Der Zimt gleicht den bitteren und leicht malzigen Geschmack des Bockshornklees wieder aus.

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Die Inhaltsstoffe im Bockshornklee 

Die heilenden Wirkstoffe befinden sich hauptsächlich in den Samen. Dort finden sich unter anderem:

  • Proteine
  • Eisen
  • Bitterstoffe
  • Saponine
  • Cholin
  • Flavonoide
  • Vitamine
  • Phosphor
  • Kalzium
  • Magnesium
  • ätherische und fette Öle

Die Inhaltsstoffe fördern den Stoffwechsel und wirken schmerzlindernd. Des Weiteren wird Bockhornklee eine blutreinigende, haarwuchsfördernde, schleimlösende und potenzsteigernde Wirkung nachgesagt.

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Gibt es Nebenwirkungen und wer sollte auf Bockshornklee besser verzichten?

Bei der Einnahme und auch der äußerlichen Anwendung ist jedoch Vorsicht geboten. Wird die Tagesdosis von sechs Gramm pro Tag überschritten, kann es zu Beschwerden im Magen-Darm-Bereich kommen. Die Anwendung auf der Haut sollte nur einmal vorgenommen werden, da ansonsten Hautreaktionen auftreten können. Da die Studienlage bzgl. der Unbedenklichkeit leider noch zu dünn ist, sollten Schwangere und Personen unter 18 Jahren auf eine Behandlung oder Einnahme von Bockshornklee oder entsprechenden Fertigpräparaten verzichten. Diabetiker sollten Bockshornklee nur in Absprache mit ihrem Arzt einnehmen und ihren Blutzuckerspiegel häufiger kontrollieren.