Gesunde Frau

Bluthochdruck in den Wechseljahren

Während der Wechseljahre und auch in der Zeit danach sind vor allem Frauen von zu hohem Blutdruck gefährdet. Spätestens dann sollte man genau hinschauen und gegenlenken.

Vor der Menopause sorgen in der Regel die Östrogene dafür, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen überschaubar bleibt und geringer ist als bei Männern. Mit Beginn des Klimakteriums kommt hier allerdings die Wende und besonders Frauen sollten dann achtsam sein und sich regelmäßig untersuchen lassen. Denn in dieser Zeit entfällt der hormonelle Schutz. Über fünfzig Prozent entwickeln nach der Menopause eine Hypertonie.

Die Ursachen für Bluthochdruck in den Wechseljahren

Erhöhte Blutdruckwerte können viele Gesichter haben. Einige Menschen denken noch immer, dass Bluthochdruck überwiegend Männer betrifft. Kommt die Menopause ins Spiel, kann sich das Blatt für Frauen jedoch wenden. Normalerweise sorgt ein ausgeglichener Östrogenspiegel bei Frauen dafür, dass der Körper und somit auch das Herz-Kreislauf-System im Einklang sind. Denn neben der Fortpflanzungsfähigkeit übernehmen Östrogene auch einige andere, wichtige Funktionen im Körper. So agieren sie zum Beispiel auch blutdrucksenkend.

Im sogenannten Klimakterium nimmt die Östrogenproduktion jedoch rapide ab und häufig steigt dann auch der Testosteronspiegel, also die Produktion des männlichen Hormons, automatisch an. Dieser Vorgang im Körper einer Frau in den Wechseljahren kann ebenfalls zu mehr Bauchfett führen, welches immer noch zu sehr unterschätzt wird. Gerade Bauchfett kann Heißhunger begünstigen, indem es entsprechende Hormone freisetzt, was wiederum zu noch mehr Fettgewebe im Körper führt. Das Fett gelangt über die Bauchschlagader in den Blutkreislauf, das Risiko für Bluthochdruck steigt.

Menopause: Bluthochdruck durch falsche Ernährung und Stress

Dass Stress auf Dauer ungesund für unsere psychische und physische Verfassung ist, wissen wir. Auch auf den Blutdruck, gerade in den Wechseljahren, können sich Stress und ein hektischer Alltag auswirken. Wer sich dann noch überwiegend ungesund und unausgewogen ernährt, raucht und regelmäßig Alkohol trinkt, erhöht das Risiko für Bluthochdruck in den Wechseljahren und somit auch für Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Eine Ärztin misst den Bauchumfang ihrer Patientin.

Ein erhöhter Bauchumfang steigert das Risiko für Bluthochdruck. (c) Adobe Stock / New Africa

Bluthochdruck in den Wechseljahren: Symptome und Folgen

Experten zufolge macht sich hoher Blutdruck in und nach den Wechseljahren häufig kaum oder gar nicht bemerkbar, da er keine Beschwerden bereitet – was ihn noch gefährlicher macht. In vielen Fällen wird Bluthochdruck, der in den Wechseljahren entstanden ist, erst Jahre später erkannt. Oft durch Zufall und oft auch, wenn Organe wie Herz und Nieren bereits Schaden genommen haben.

Neben Stress können auch Ängste den Blutdruck ansteigen lassen. Was dauerhaft ungesund und schädlich ist, sorgt im ersten Moment dafür, dass Muskeln und Gehirn zunächst besser mit Sauerstoff versorgt werden. Durch diesen Umstand sind wir auch in stressigen Situationen in der Lage, diese zu bewältigen. Liegt jedoch ein dauerhafter Bluthochdruck vor, kann das schlimme Konsequenzen für die Gesundheit bedeuten.

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Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt

Der Bluthochdruck kann langfristig die Adern verletzen, wodurch sich wiederum die Gefäßwände verdicken und sich die Adern verengen. Das Gewebe (z. B. in Gehirn und Herz) wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und es kann zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Ähnlichem kommen. Hoher Blutdruck in den Wechseljahren kann sich aber auch durch Herzrasen oder Hitzewallungen bemerkbar machen. Hierbei kann es sich allerdings auch um kurzfristigen Bluthochdruck handeln, der nicht unbedingt gesundheitsgefährdend sein muss.

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Bluthochdruck behandeln und vorbeugen

Unabhängig davon, ob es sich um Bluthochdruck in den Wechseljahren handelt, oder dieser schon davor bestand, gibt es hilfreiche Tipps, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. An erster Stelle sollten die eigenen Lebensgewohnheiten unter die Lupe genommen werden. Ernähren Sie sich ausgewogen und bewusst? Bauen Sie ausreichend gesunde und frische Lebensmittel in Ihren täglichen Speiseplan ein? Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft? Wie sieht es mit Stressbewältigung aus?

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All das sind wichtige Faktoren, wenn man körperlich und geistig fit bleiben möchte. Eine ungesunde Ernährungsweise, der Konsum von Genussmitteln wie Nikotin und Alkohol sowie mangelnde Bewegung können hohen Blutdruck begünstigen. Gerade bei Bluthochdruck in den Wechseljahren können Wechselduschen und bestimmte Entspannungstechniken helfen.

Sport wie Laufen, Schwimmen und Radfahren wird auch in fortgeschrittenem Alter empfohlen, um Bluthochdruck entgegenzuwirken. Diese und andere Sportarten unterstützen den Kreislauf und beugen Gefäßverkalkungen vor. Außerdem sollten Vorsorgeuntersuchungen und eine regelmäßige Blutdruckkontrolle beim behandelnden Arzt selbstverständlich sein und in regelmäßigen Abständen wahrgenommen werden.

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