Herz, Kreislauf & Stoffwechsel

Bluthochdruck? Eine Siesta hilft

Ein Bluthochdruck lässt sich nicht nur mit Medikamenten senken. Auch ein Nickerchen am Mittag wirkt sich positiv auf die Blutdruckwerte aus.

Ein Bluthochdruck lässt sich medikamentös in den Griff kriegen. Aber auch ein gesunder Lebensstil wie Abnehmen, Bewegung oder der Verzicht aufs Rauchen können einen Bluthochdruck senken. Wer keine Lust auf Anstrengungen dieser Art hat, kann es auch angenehmer mit seinem Bluthochdruck aufnehmen: durch ein Nickerchen. Menschen, die sich einen Mittagsschlaf gönnen, haben günstigere Blutdruck- und Pulswerte. Dies berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) anlässlich des Kongresses der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft (ESC) in London.

Bluthochdruck senken dank Mittagsschlaf

Ein griechisches Forscherteam vom Asclepion Voulas Krankenhaus in Athen untersuchte 386 Patienten mit Bluthochdruck. Erhoben wurden bei ihnen unter anderem die Dauer des Mittagsschlafes in Minuten, die Blutdruckwerte bei einmaliger Messung und bei einer kontinuierlichen 24-Stunden-Blutdruckmessung, die Pulswellenhöhe sowie Lebensstilfaktoren.

Bluthochdruck-Patienten, die sich eine Siesta gönnten, hatten einen um fünf Prozent (6mmHg) niedrigeren mittleren 24-Stunden-Blutdruckwert als die Kontrollgruppe. Der durchschnittliche systolische Blutdruckwert tagsüber war um vier Prozent (5 mmHg) niedriger, in der Nacht sogar um sechs Prozent (7 mmHg). „Dies ist schon angesichts der Tatsache beträchtlich, als bereits eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 2 mmHg das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses um zehn Prozent reduzieren kann“, so Studienautor Dr. Manolis Kallistratos.

Bluthochdruck – Dauer des Nickerchens entscheidend

Je länger der Schlaf dauere, desto ausgeprägter sei der positive Effekt auf den Blutdruck, so die griechischen Forscher. Ein Mittagsschlaf von 60 Minuten senkte den mittleren systolischen 24-Stunden-Blutdruckwert um vier Prozent und den nächtlichen Blutdruckwert um zwei Prozent stärker als bei Personen, die kein Nickerchen hielten.

Jeder zweite Bundesbürger leide unter Bluthochdruck, berichtet die Deutsche Hochdruckliga. Aber nur 50 Prozent wissen von ihrem Bluthochdruck. Und davon werden nur knapp 40 Prozent behandelt. Ein Blutdruck von 120/80 mm Hg ist normal. Erst ab einem Wert von 140/90 mm Hg und höher spricht ein Arzt von Bluthochdruck beziehungsweise Hypertonie. Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Quellen:

  • ESC 2015 Abstract Association of mid-day naps occurrence and duration with bp levels in hyperten-sive patients. a prospective observational study; M.S. Kallistratos, L.E. Poulimenos, A. Karamanou, N. Kouremenos, A. Koukouzeli, S. Vrakas, E.F. Chamodraka, K. Tsoukanas, A. Martineos, A.J. Manolis
  • Deutsche Hochdruckliga, www.hochdruckliga.de (Abruf: 2.9.2015)