Nieren & Harnwege

Blasenspiegelung – Blick in die unteren Harnwege

Falls Sie Beschwerden beim Wasserlassen haben oder sich Blut in Ihrem Urin nachweisen lässt, dann wird Ihr Urologe Ihnen vermutlich eine Blasenspiegelung anraten. Was Sie dabei erwartet.

Sollten Sie eine Blasenspiegelung benötigen, führt Ihr Urologe ein spezielles endoskopisches Instrument, das Zystoskop, in Ihre Harnröhre ein. Das Zytoskop ist eine dünne Röhre oder ein dünner, elastischer Schlauch, die jeweils mit einer Kamera verbunden sind. Damit kann der Arzt die unteren Harnwege untersuchen.

Unterschiede bei Männern und Frauen

Da Frauen mit drei bis vier Zentimeter Länge eine viel kürzere Harnröhre haben, ist die Blasenspiegelung in ihrem Fall viel einfacher. Für Männer, deren Harnröhre 25 bis 30 Zentimeter lang und gebogenen ist, nutzen Ärzte bevorzugt den elastischen Schlauch, der die Untersuchung relativ schmerzfrei gestaltet. Die starre Röhre hat den Vorteil, dass durch sie weitere Instrumente eingeführt werden können, etwa um Gewebeproben zu entnehmen oder kleine OPs durchzuführen.

Was eine Blasenspiegelung feststellen kann

Mit der Zystoskopie kann der Urologe einen Blick in den Harnleiter und die Blase werfen. Er kann erkennen, ob

  • die Harnwege anatomisch verändert sind.
  • eine Verengung der Harnröhre besteht.
  • die Schleimhaut sich entzündet hat.
  • Ihre Prostata vergrößert ist.
  • der Schließmuskel der Blase funktioniert.
  • Sie Blasensteine haben.
  • sich Fremdkörper in der Blase befinden.
  • es Blasendivertikel (Ausbuchtungen der Blasenwand) gibt.
  • ein Tumor vorliegt.

Wann eine Blasenspiegelung notwendig ist

Ihr Urologe wird Ihnen zu einer Blasenspiegelung raten, wenn

  • Sie permanent Schmerzen beim Wasserlassen haben.
  • sich Blut in Ihrem Urin nachweisen lässt, obwohl Sie nicht an einer Blasenentzündung leiden.
  • Sie auch nur ein einziges Mal sichtbares Blut im Urin hatten, ohne dass Ihre Blase entzündet ist.
Eine Frau im Gespräch mit ihrer Ärztin

Mit einer Blasenspiegelung kann vielen Beschwerden auf den Grund gegangen werden. (c) Adobe Stock / Yakobchuk Olena

Kleine Operationen unter örtlicher Betäubung

Während einer Blasenspiegelung kann Ihr Urologe auch Gewebeproben entnehmen und unter Narkose auch kleinere Operationen vornehmen. Er kann beispielsweise

  • oberflächliche Tumore oder Blasensteine mit einer Schlinge herausschneiden.
  • Fremdkörper entfernen.
  • die Prostata verkleinern.

So nimmt der Urologe die Untersuchung vor

Meistens erfolgt die Untersuchung ambulant. Sie können also nach der Blasenspiegelung in der Praxis oder im Krankenhaus gleich nach Hause gehen. Das gilt nicht, wenn Ihr Arzt während Untersuchung einen kleinen operativen Eingriff unter Narkose vornimmt. Dann müssen Sie danach in der Klinik bleiben.

Für den ambulanten Eingriff genügt eine örtliche Betäubung. Dafür bringt der Arzt ein Gleitgel, das Betäubungsmittel enthält, in die Harnröhre ein. Hat es seine Wirkung entfaltet, schiebt er den Stab oder Schlauch des Zystoskops durch die Harnröhre bis zur Blase vor, während er gleichzeitig mit Wasser spült. Die Flüssigkeit füllt die Harnblase, wodurch sich die Schleimhaut entfaltet und deshalb gut einsehbar ist.

Das sind die Risiken des Eingriffs

Die Vorstellung, dass der Arzt einen Schlauch durch den Harnleiter in die Blase schiebt, schreckt viele vor der Behandlung ab. Durch Zystoskope mit flexiblen Schläuchen verläuft die Untersuchung auch für Männer schmerzlos. Gewisse Risiken des Eingriffs gibt es aber:

  • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen: Manchmal zeigt sich sogar Blut im Urin. Das sind Folgen der mechanischen Reizung durch das Zystoskop. Die Beschwerden vergehen in der Regel von selbst.
  • Harnwegsinfektionen, Entzündungen der Prostata oder Niere: Ein Problem der Blasenspiegelung ist, dass trotz größtmöglicher hygienischer Vorsorge durch die Untersuchung Erreger in die Harnröhre und die Harnblase eindringen können. Vorbeugend sollten Sie deshalb nach dem Eingriff viel trinken, damit Keime schnell auf natürlichem Weg ausgespült werden.
    Falls Sie an bestimmten Stoffwechselerkrankungen leiden, beispielsweise Diabetes mellitus, ist Ihre Infektanfälligkeit erhöht. Dann verabreicht Ihnen Ihr Arzt vorsorglich ein Antibiotikum nach der Untersuchung.
  • Blutungen
  • Vorübergehende Harninkontinenz

Wer die Kosten der Untersuchung trägt

Wenn die Blasenspiegelung medizinisch notwendig ist, dann übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten.