Gesunde Frau

Blasenschwäche in der Menopause

Eine Blasenschwäche oder Harninkontinenz ist in den Wechseljahren nicht ungewöhnlich. Die Inkontinenz kann für Betroffene aber ziemlich unangenehm und belastend werden.

Eine überaktive Blase, häufiger Harndrang und Urinverlust sind typische Symptome für eine Harnwegsinfektion. Doch auch bei einer Blasenschwäche treten sie auf.

Auch wenn der Name es vermuten lässt: Die Blase selbst ist nicht schwach und damit die Ursache für starken Harndrang und unbeabsichtigtes, unvermitteltes Ablassen von größeren Mengen Urin. Man spricht daher korrekterweise auch von einer Harninkontinenz. Die häufigsten Formen sind die Belastungsinkontinenz, die Dranginkontinenz sowie eine Mischung aus beiden.

Jede dritte Frau leidet mindestens einmal in ihrem Leben unter Blasenschwäche, junge Frauen ebenso wie ältere, wobei etwa 40 Prozent der über 60-jährigen Frauen von Harninkontinenz betroffen sind, häufig in Verbindung mit den Wechseljahren. Wir verraten Ursachen und Möglichkeiten der Therapie.

Mögliche Ursachen für Blasenschwäche in den Wechseljahren

Belastungsinkontinenz

Während der Wechseljahre ist eine Belastungsinkontinenz die häufigste Ursache für eine Blasenschwäche. Sie hängt meistens mit einer Schwächung der Muskeln und Bänder des Beckenbodens zusammen, welche den Schließmuskel der Blase stützen. Ist diese mit Urin gefüllt, geht ein Signal an das Gehirn, dass es der Muskulatur erlauben darf, sich zu entspannen – allerdings erst dann, wenn wir bereit sind, Urin abzulassen.

Kommt es jedoch zu einem ungewollten Urinverlust, liegt das entweder an einem Fehler bei der Signalübertragung oder – daher das Wort “Belastung” im Namen – an einer körperlichen Anstrengung und Belastung im Bauchraum. Auslösen kann das Lachen, Niesen, Husten, das Heben schwerer Gegenstände sowie bei Frauen auch eine Schwangerschaft und Geburt. In schweren Fällen von Harn-Inkontinenz führt jede körperliche Bewegung zum ungewollten Urinabgang (Dranginkontinenz).

Meerrettich kann bei Blasenentzündungen helfen

Ein sinkender Östrogenspiegel kann den Beckenboden schwächen. (c) absolutimages/Fotolia

Hormonelle Veränderungen

Mit zunehmendem Alter werden die Bänder und Muskeln des Beckenbodens immer unstabiler. Das macht ihn für eine Belastungsinkontinenz anfälliger. In den Wechseljahren sind häufig aber auch die Hormone eine Ursache für eine schwache Blase und daraus resultierende Inkontinenz. Denn in dieser Phase ist der Hormonspiegel einer Frau Schwankungen ausgesetzt, die unerwartete Auswirkungen auf den Körper haben können. Am deutlichsten spürbar ist der Abfall des Östrogenspiegels.

Östrogen ist für die Gesundheit der Harnröhre und der Blase von Bedeutung. Ein starker Abfall des Östrogenspiegels kann bei betroffenen Frauen daher dazu führen, dass die Muskulatur des Beckenbodens von allein schwächer wird. Kommt eine körperliche Belastung hinzu, kann es passieren, dass Betroffene das Wasserlassen nicht verhindern können.

Des Weiteren kann die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Harnwegsinfekten steigen, die auch ständigen Harndrang als hauptsächliches Symptom haben. Östrogen sorgt dafür, dass das Gewebe der Harnwege stark bleibt und besser Bakterien bekämpfen kann. Wenn der Östrogenspiegel fällt, werden Sie auch anfälliger für Infektionen.

> Blasenentzündung in den Wechseljahren

Beckenbodentraining kann helfen

Bei einer schwachen Blase sowie bei Inkontinenz infolge einer Schwangerschaft ist es wichtig, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken. Dafür gibt es ein spezielles Beckenbodentraining (auch „Kegelübungen“ genannt) für Frauen. Es ist wirksam und diskret und sollte mehrmals pro Tag durchgeführt werden. Es ist wichtig, dass Sie erkennen, welche Muskeln Sie zu trainieren versuchen. Wenn Sie beim Wasserlassen den Urinstrahl unterbrechen können, haben Sie die richtigen Muskeln gefunden.

Sie sollten den Urinstrahl jedoch nicht zu oft unterbrechen, da dies die Muskeln langfristig schwächt. Stattdessen sollten Sie, sobald Sie wissen, mit welchen Muskeln Sie arbeiten müssen, versuchen, diese mit einer leeren Blase zu entspannen und zusammenzuziehen. Auch bei einer nur leichten Inkontinenz sind folgende Übungen zu empfehlen:

Übungen für den Beckenboden in den Wechseljahren:

  • Am besten legen Sie sich dazu auf den Rücken oder setzen sich auf einen Stuhl. Anschließend lassen Sie die Beckenbodenmuskulatur los und spannen Sie schnell wieder an. Wiederholen Sie diese Übung zehnmal.
  • Sie sollten dafür etwa zehn Sekunden benötigen.
  • Führen Sie dieselbe Übung etwas langsamer durch, sodass Sie dafür fünfzig Sekunden brauchen.
  • Versuchen Sie, diese Übungen drei- bis viermal täglich durchzuführen.

> Noch mehr Beckenbodentraining Übungen

Darüber hinaus kann Ihre Ernährung Einfluss auf Ihre Beschwerden haben. Koffein ist dafür berüchtigt, Inkontinenz zu verstärken, da es als Diuretikum (harntreibendes Mittel) wirkt.

Des Weiteren können künstliche Süßungsmittel zu einem gesteigerten Harndrang führen. Stattdessen sollten Sie ein gesundes Körpergewicht anstreben, da dadurch der Druck auf Ihre Beckenbodenmuskulatur sinkt. Eine gesunde Ernährung sorgt zudem für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt im Körper.

Gibt es pflanzliche Arzneimittel, die mir weiterhelfen können?

Es gibt pflanzliche Arzneimittel, die Frauen zusammen mit der Beckenbodengymnastik anwenden können und die Ihnen bei einer schwachen Blase helfen können. Bärentraubenblätter zum Beispiel verfügen über antiseptische Eigenschaften und fördern effektiv ein gesundes Harnwegssystem.

Frauen in den Wechseljahren sollten daran denken, dass eine generelle Behandlung der unerwünschten Nebenwirkungen der Menopause auch bei wechseljahrsbedingter Inkontinenz Linderung verschaffen kann. Soja-Isoflavone ahmen die Wirkung von Östrogen im Körper nach und mildern so die durch die Wechseljahre bedingten Symptome.

Wie sieht es mit konservativer Therapie aus?

Wenn Sie sich Sorgen wegen Ihres Gesundheitszustandes machen oder wenn sich dieser auf Ihren Alltag auswirkt, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Falls bei Ihnen Hausmittel und pflanzliche Arzneimittel keine Wirkung zeigen sollten, empfiehlt Ihr Arzt Ihnen möglicherweise bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente.

Falls Ihre Inkontinenz sehr schwerwiegend ist, schlägt Ihr Arzt Ihnen eventuell verschiedene Operationsmöglichkeiten vor. In jedem Fall wird er jedoch mit Ihnen besprechen, welche Form der Behandlung sich für Sie und Ihre Beschwerden am besten eignet.