Schon gewusst?

Bio kennt jeder – Aber was ist eigentlich Biodynamik?

Bio ist für die meisten kein Fremdwort mehr und viele kennen sich inzwischen auch mit den Siegeln und den Richtlinien einigermaßen aus. Biodynamik dagegen klingt schon wieder eher wie ein Fremdwort. Demeter hingegen nicht. Dabei sind alle Demeter-Produkte in biodynamischer Wirtschaftsweise entstanden. Und doch bedeuten die Begriffe nicht ein- und dasselbe.

Zeit, dass der Begriff Biodynamik erklärt wird und die Möglichkeiten erläutert werden, auch im eigenen Garten biodynamische Produkte anzubauen, um damit im besten Fall das eigene Wohlbefinden zu steigern.

Wenn es um die Gesundheit geht, taucht der Begriff „Bio“ in vielen verschiedenen Zusammenhängen auf – beispielsweise bei der Bioresonanztherapie, beim Biofeedback oder der bioenergetischen Analyse.

Doch auch bei der Ernährung setzen mittlerweile immer mehr Menschen auf gesunde Lebensmittel. „Bio“ und „Demeter“ erleben in diesem Zuge einen regelrechten Aufschwung. Mit dem Begriff der „Biodynamik“ können hingegen nur die Wenigsten etwas anfangen. Somit ist es dringend an der Zeit, das zu ändern und Ihnen Aufschluss über die Besonderheiten sowie Vorteile biodynamischer Lebensmittel zu geben.

Die Unterschiede zwischen „biologisch“ und „biodynamisch“

Biologische Lebensmittel sind zwar teurer, dafür aber auch gesünder als herkömmliches Obst, Gemüse & Co  – so viel wissen die meisten Menschen. Aber stimmt das überhaupt? Ja, lautet das Ergebnis einer Studie, die wir in unserem Beitrag dazu bereits näher beleuchtet haben. Denn herkömmliche Produkte, vor allem eben Obst und Gemüse, sind häufig mit Schadstoffen belastet, die beispielsweise Krebs auslösen können. Dieser ist aber nur ein Vorteil der Bio-Produkte.

Weitere Vorteile von Bio-Produkten:  

  • eine bessere Nachhaltigkeit
  • ein intensiverer Geschmack
  • eine artgerechtere Tierhaltung
  • ein höherer Gehalt an Vitaminen sowie Mineralien

Wenn Sie also Lebensmittel kaufen, sollten Sie auf das Bio-Siegel achten. Dieses stellt sicher, dass die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, sprich das Obst und Gemüse oder beispielsweise das im Bio-Brot verwendete Getreide, zertifiziert sind. Die Kontrollstelle achtet dabei auf die strikte Einhaltung der EU-Bio-Siegel-Kriterien. Allerdings steht das Siegel immer wieder in der Kritik, da es nicht ausreichend sei, so die Meinung der Experten.

Bio 2.0

Immer mehr Verbraucher gehen deshalb noch weiter und achten neben dem Bio- auf weitere Siegel, zum Beispiel eben „Demeter“ oder „Naturland“. Auf immer mehr Lebensmitteln ist zudem die Angabe „biodynamisch“ zu finden.

Ebenso wie etwa bei „Demeter“, handelt es sich bei biodynamischen Produkten um eine Erweiterung des Bio-Standards. Bei Produkten mit dem Siegel „Bio“ geht es in erster Linie darum, die Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren. Dadurch sollen die Artenvielfalt sowie die Qualität des Bodens und des Grundwassers erhalten werden. Das bedeutet beispielsweise, organische anstelle von chemischen Düngemitteln zu verwenden.

Weiterhin steht im Vordergrund, den natürlichen Anbauzyklus gemäß der Jahreszeiten zu berücksichtigen und die Nährstoffe der Erzeugnisse bestmöglich zu bewahren. All das gilt auch für biodynamische Lebensmittel, doch geht die Biodynamik eben noch darüber hinaus:

Biodynamischer Anbau bedeutet demnach, dass

  • ein selbsterhaltender Organismus kreiert werden soll.
  • dieser Organismus in der Lage ist, sich auf natürliche Art und Weise selbst zu regulieren.
  • der Boden dadurch langfristig fruchtbar bleibt.
  • die Tiere ebenfalls mit den gesunden Pflanzenerzeugnissen gefüttert werden, um wiederum nährstoffreichen Dünger und somit nährstoffreiche Erzeugnisse zu generieren.
  • alle Lebensmittel, die aus diesem biodynamischen Kreislauf entstehen, ein Höchstmaß an Nährwerten besitzen und auch so lange bewahren, bis sie beim Endverbraucher landen.
Boden mit Permakultur

Natürlicher Fruchtwechsel statt Monokulturen spielen beim ökologischen Landbau eine Rolle. (c) Adobe Stock / reichdernatur

Der biodynamische Ansatz ist somit als Erweiterung des Bio-Siegels zu erachten, verfolgt aber einen anderen Zweck: Nachhaltige Landwirtschaft, wie sie seit Jahrtausenden betrieben wird und auch in Jahrtausenden noch betrieben werden kann. So sollen die bestmöglichen Erzeugnisse aus dem Boden für die Menschen, aber auch Tiere entstehen. Es geht also darum, den natürlichen Kreislauf zu erhalten und dadurch allen Beteiligten – der Natur, dem Mensch und den Tieren – etwas Gutes zu tun.

Die Ursprünge der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise

Auch, wenn er wenig bekannt ist, handelt es sich bei der Biodynamik eigentlich um keinen neuen Begriff. Die Kreislaufwirtschaft, wie Biodynamik ebenfalls bezeichnet werden könnte, prägt seit jeher die Landwirtschaft. Schließlich waren die Bauern früher noch deutlich mehr auf das Wetter, die Jahreszeiten und die natürlichen Rhythmen angewiesen – was bereits die alten Griechen in ihrem Mythos der Göttin Demeter beschrieben haben.

Rudolf Steiner und der Organismus des landwirtschaftlichen Betriebs

Der Begriff der Biodynamik, wie er heute verwendet wird, wurde im Jahr 1924 durch Rudolf Steiner geprägt. Damals hielt er acht Vorträge rund um das Thema „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“.

Seine Idee war, die Landwirtschaft (wieder) als Organismus zu verstehen und zu gestalten, welcher in einer direkten Beziehung zur Natur steht. Ziel ist also, diese gegenseitige Abhängigkeit zu berücksichtigen und dadurch zurückzufinden zu einer gesunden sowie nachhaltigen Landwirtschaft, welche die Lebensprozesse von den Pflanzen und dem Boden, aber auch den Tieren sowie Menschen fördert.

Als Beispiele führte er verschiedene Punkte an:

  • eine organische Düngung
  • eine artgerechte Tierhaltung mit hofeigener Fütterung
  • eine abwechslungsreiche Fruchtfolge
  • bewusste Landschaftsgestaltung – beispielsweise die Pflege der Wälder, das Anlegen von Feuchtbiotopen oder die Nutzung von schattenspendenden Hecken.

Rudolf Steiner hat dadurch den Begriff der Biodynamik, aber auch der Ökologie grundlegend geprägt.

Ist Demeter ein Synonym für Biodynamik?

Noch ein weiterer Begriff ist nun bereits des Öfteren gefallen: Demeter. Da drängt sich die Frage auf, ob es sich bei Biodynamik und Demeter um Synonyme handelt. Eindeutig beantworten lässt sich diese aber nicht. Denn nicht jeder biodynamische Landwirtschaftsbetrieb ist zwingend mit dem Siegel „Demeter“ zertifiziert. Andersherum müssen aber alle Demeter-Betriebe biodynamisch wirtschaften.

Teilweise handelt es sich also tatsächlich um ein Synonym und wer Demeter-Produkte kauft, erwirbt damit automatisch biodynamische Lebensmittel. Jedoch gibt es noch weitere Anbieter dafür, die mit keinem oder einem anderen Siegel ausgewiesen sind.

Grundregeln der Biodynamik

Dass Demeter-Lebensmittel als biodynamisch beschrieben werden können, liegt an folgenden Grundsätzen, die jeder Demeter-Betrieb einhalten muss:

  • Gesamtbetriebsumstellung, im Gegensatz zur lediglichen Teilumstellung, welche bei Bio-Betrieben gemäß EU-Verordnung ausreicht.
  • Für die Düngung werden ausschließlich biodynamische Präparate genutzt, die beispielsweise aus Kuhmist, Kräutern oder Mineralien gewonnen werden.
  • Zudem sind Demeter-Landwirte dazu angehalten, eigene Züchtungsarbeit zu leisten, sowohl beim Geflügel als auch beim Getreide und Gemüse.
  • Demeter-Gemüse muss aus samenfesten Sorten bestehen, sprich Hybridsorten oder jene aus Zellfusiontechnik sind verboten.
  • Herstellung eines natürlichen Kreislaufs durch die Haltung von Tieren oder zumindest die Pflege einer Kooperation für den Austausch von Futter sowie Mist.
  • Artgerechte Tierhaltung mit 100-prozentiger Fütterung mit Bio-Futter, wovon je nach Tierart mindestens zwei Drittel bis 80 Prozent wiederum Demeter-Produkte sein müssen. Dieser Punkt beinhaltet zudem, ein Leiden der Tiere zu verhindern, beispielsweise durch das schmerzhafte Enthornen von Kühen.
  • Mindestens 50 Prozent dieser Futtermittel müssen aus dem eigenen Demeter-Betrieb oder zumindest der bereits geschilderten Kooperation stammen.
  • Und zuletzt gibt es strenge Richtlinien auch für die Verarbeitung der Lebensmittel, welche den Einsatz von Prozesshilfsstoffen sowie Zusatzstoffen prinzipiell verbieten. Einzige Ausnahmen sind absolut notwendige Stoffe. Ausnahmslos vermieden werden müssen zudem natürliche Aromen, Jodierung sowie Nitrit Pökelsalz.

Damit sind bei Demeter nur Aromaextrakte zugelassen, während beim reinen Bio-Siegel deutlich mehr Zusatzstoffe erlaubt sind. Und auch in vielen anderen Belangen ist Demeter strenger. Während das Bio-Siegel nur als Mindestmaß für ökologisches Essen angesehen werden kann, geht Demeter also weit darüber hinaus und muss zugleich die Grundsätze der Biodynamik erfüllen.

Ebenfalls im Jahr 1924 wurde daher der Verband Demeter gegründet, welcher bis heute als Qualitätsführer im Bio-Bereich gilt. Demeter-Betriebe jeder Art müssen ein biodynamische Wirtschaftsweise erfüllen, welche jährlich kontrolliert wird.

Freilaufende Hühner

Bei artgerechter Haltung haben die Tiere genügend Auslauf im Freien. (c) Adobe Stock / bidaya

Drei typische biodynamische Produkte (und gute Gründe für deren Kauf)

Prinzipiell ist es natürlich möglich und wäre der Idealfall, sich vollständig biodynamisch zu ernähren. Allerdings gibt es Lebensmittel, bei denen die Qualitätsunterschiede mehr zum Tragen kommen als bei anderen – und wo der Kauf entsprechender Demeter-Produkte daher dringend empfohlen wird. Dazu gehören:

1. Obst und Gemüse

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Demeter Obst sowie Gemüse ausschließlich um samenfeste Sorten. Ziel sind beim biodynamischen Anbau also charaktervolles sowie gesundes und für die menschliche Entwicklung förderliches Obst und Gemüse, welches möglichst reif geerntet wird und bestenfalls nur kurze Transportwege  hinter sich hat. Das wirkt sich positiv auf den Geschmack sowie den Nährstoffgehalt der Erzeugnisse aus.

Zugleich gelten sie als umweltfreundlicher, da einerseits auf einen vielfältigen Fruchtwechsel und somit die Nachhaltigkeit der Bodenbewirtschaftung geachtet wird und andererseits die Anzuchtsubstrate nur einen begrenzten Torfanteil von maximal 70 Prozent aufweisen dürfen. Nicht zu befürchten sind hingegen gentechnische Experimente oder eine Belastung mit gesundheitsschädlichen beziehungsweise krebserregenden Schadstoffen.

2. Wein

Demeter-Winzer bezeichnen ihre Weine als authentische Weine mit besonderer Qualität sowie eigenem Charakter. Grund dafür sind die biodynamisch bewirtschafteten Weinberge, welche als ganzheitliches Ökosystem und ein lebendiger Organismus begriffen werden. Auch hier wird also darauf geachtet, eine Monokultur zu vermeiden und auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Dadurch wird dem Boden, auf welchem die Rebe wächst, mehr zurückgegeben als durch den Anbau entzogen.

Durch diesen „lebendigen“ Boden entstehen auch „lebendige“ Weine, welche sich durch einen intensiveres Aroma auszeichnen. Eine Besonderheit ist außerdem der geringere Schwefelanteil in biodynamischen Weinen. Das macht ihn zwar nicht grundlegend gesünder, doch gerade für Asthmatiker oder Schwefelallergiker bedeutet das einen großen Vorteil.

Biodynamisch angebauter Wein

Auch in landwirtschaftlichen Bereichen wie dem Weinbau ist Biodynamik ein Thema. (c) Adobe Stock / Robert Kneschke

3. Tierische Produkte

Große Qualitätsvorteile bringt die Biodynamik auch bei sämtlichen tierischen Produkten mit sich. Dazu gehören einerseits Milchprodukte in all ihren Varianten. Milch, Käse & Co aus Demeter-Betrieben werden schonend verarbeitet. Durch eine wesensgemäße Fütterung der Wiederkäuer durch ebenfalls Demeter-Erzeugnisse weist bereits die Rohmilch eine überdurchschnittliche Qualität auf. Anschließend wird auf eine Homogenisierung verzichtet.

Stattdessen ist bei der biologisch-dynamischen Verarbeitung lediglich die Pasteurisierung erlaubt. Wird die Milch noch weiter verarbeitet, beispielsweise zu Joghurt oder Käse, wird dabei auf künstliche Zusatzstoffe verzichtet. Das sorgt für einen authentischen Geschmack und ist förderlich für die Gesundheit. Zudem können die Milch und Milchprodukte mit gutem Gewissen genossen werden, da die Tiere artgerecht gehalten werden.

Darüber hinaus gehören auch Eier zu den tierischen Produkten. Viele Menschen achten beim Kauf von Eiern bereits darauf, dass diese aus Freilandhaltung stammen oder mit dem Bio-Siegel ausgezeichnet sind. Die höchste Qualität weisen aber Demeter-Eier auf, denn die Hühner werden artgerecht gehalten und hochwertig gefüttert. Dafür gelten strenge Richtlinien, zum Beispiel:

Kriterien für biodynamische Produkte aus tierischer Herkunft:  

  • Hühner sind Fluchttiere und brauchen daher einen großen Auslauf.
  • Dieser Auslauf ist zudem mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten gestaltet und bietet vielfältige Möglichkeiten zum Scharren.
  • Weiterhin haben sie jederzeit die Möglichkeit, einen überdachten Außenklimabereich aufzusuchen, beispielsweise bei schlechtem Wetter.
  • Maximal 3.000 Legehennen dürfen in Demeter-Betrieben pro Gebäude gehalten werden.
  • Gibt es mehrere Ställe, müssen diese einen Mindestabstand von 150 Metern einhalten.
  • Sie müssen außerdem Sitzstangen und Scharrflächen aufweisen.

Um die Einhaltung dieser und weiterer Richtlinien zu überprüfen, werden bei sämtlichen Demeter-Höfen mit Hühnerhaltung in regelmäßigen Abständen strenge Kontrollen durchgeführt. Gemeinsam mit Bioland hat Demeter außerdem die Ökologische Tierzucht GmbH gegründet, um eine ökologische sowie tierfreundliche Zucht sicherzustellen. Entsprechende Produkte sind an dem jüngst eingeführten Siegel zu erkennen.  

Zuletzt sollte auch bei Fleisch- und Wurstwaren auf ihre Biodynamik geachtet werden, beispielsweise durch das Demeter-Siegel. Bei der artgerechten Tierhaltung wird jedes Tier als wertvolles Individuum gesehen, anstatt nur die Masse im Blick zu haben. Die Ställe müssen ausreichend groß sein und jedes Tier genießt freien Auslauf mit wesensgemäßen Beschäftigungsangeboten.

Auf die vorsorgliche Gabe von Antibiotika oder das Spritzen von Hormonen wird verzichtet. Stattdessen werden die Tiere mit 100 Prozent Bio-Futter, davon ein hoher Demeter-Anteil, gefüttert und im Krankheitsfall natürlich behandelt – sprich durch Homöopathie oder Kräuterheilkunde. Respekt vor dem Tier ist die Devise, was auch für den Tod des Tieres gilt, weshalb dieser beim Schlachten so schonend wie möglich gestaltet wird.

So kann biodynamisches Gärtnern bei jedem funktionieren

Die Biodynamik in das eigene Leben zu integrieren und dadurch gesünder zu essen sowie die Umwelt zu schonen, ist auf zweierlei Art und Weise möglich:

  1. Einerseits durch den Kauf von Produkten wie Demeter oder mit anderen biodynamischen Siegeln.
  2. Andererseits aber auch durch den eigenen Anbau im Sinne von biodynamischem Gärtnern.

Mittlerweile gibt es viel Literatur zu dem Thema, jedoch ist der Begriff Permakultur weiter verbreitet. Das „permakulturelle Gärtnern“ liegt derzeit voll im Trend und auch dabei geht es um die Erhaltung der natürlichen Kreisläufe zur Förderung der Nachhaltigkeit und des Zusammenlebens zwischen Pflanzen, Tieren sowie Menschen.

Besonderheiten beim biodynamischen Gärtnern beziehungsweise bei der Permakultur sind beispielsweise:

  • Orientierung an den natürlichen Rhythmen, zum Beispiel durch die Nutzung sogenannter biodynamischer Kalender.
  • Düngung ohne chemische Mittel, sondern auf Grundlage neun verschiedener Zubereitungen aus Kräutern, Mineralien und Mist.
  • Verdünnung dieser natürlichen Düngemittel auf eine geringe Konzentration, um diese gleichmäßig auf die Pflanzen sowie den Boden zu sprühen.

Die Schwierigkeit am biodynamischen Gärtnern besteht darin, dass die Philosophie von Rudolf Steiner, auf welcher das Konzept basiert, nicht auf konkreten wissenschaftlichen Praktiken basiert. Das macht es schwierig, die Grundsätze in die Praxis umzusetzen.

Gemüsegarten nach dem Prinzip der landwirtschaftlichen Biodynamik

Eine große Artenvielfalt im Sinne der Permakultur lässt sich auch im heimischen Gemüsegarten umsetzen. (c) Adobe Stock / Cornelia Kalkhoff

Während für landwirtschaftliche Betriebe mit Demeter handfeste Richtlinien entwickelt wurden, gilt das natürlich nicht für das Hobbygärtnern im eigenen Garten. Das Prinzip der Permakultur ist aber auf jeden Fall ein guter Ansatz, wenn Sie Ihren Garten biodynamisch bewirtschaften wollen.

Die Grundlagen sehen dabei wie folgt aus:

  • Vermeidung von Monokulturen
  • Anbau sinnvoller „Pflanzengesellschaften“
  • Artenvielfalt sowohl von Pflanzen als auch von Tieren – in diesem Fall Insekten
  • Verzicht auf chemische Mittel wie Dünger oder Insektizide
  • Gezielte Auswahl robuster und bewährter Sorten
  • Verzicht auf gentechnisch veränderte Produkte

Allerdings kommt es schlussendlich weniger darauf an, ob es sich um das Label „Biodynamik“, „Permakultur“ oder „ökologisch“ handelt – sondern vielmehr geht es darum, den Garten als Naturfläche anzusehen, die nachhaltig bewirtschaftet wird. Im Vordergrund steht also nicht der ökonomische Ertrag, sondern ein möglichst natürlicher Anbau für qualitativ hochwertige Erzeugnisse und langfristig fruchtbare Böden.

Exkurs: Kritik am Konzept der Biodynamik

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, wenn es um die Biodynamik geht. Sie beziehen sich auf die bereits erwähnte Problematik, dass das Konzept auf einer Philosophie basiert und nicht auf konkreten wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Grundregeln. Dass Rudolf Steiner selbst kein Naturwissenschaftler war, nagt zusätzlich an seiner Glaubwürdigkeit.

In vielen Büchern, Kursen & Co zum Thema spielt zudem die Esoterik eine wichtige Rolle. Hier wird von „kosmischen Kräften“ oder ähnlichen Assoziationen gesprochen, welche das Thema in der Praxis wenig greifbar machen – vor allem eben für Verbraucher, welche die Biodynamik privat anwenden möchten.

Was sagt die Studienlage?

Dementsprechend viele Forscher haben sich in den vergangenen Jahren mit der biodynamischen Wissenschaft auseinandergesetzt. Viele Ergebnisse wurden jedoch skeptisch gesehen und relativiert. Dennoch gibt es einige Untersuchungen, deren Resultate selbst von den Kritikern anerkannt wurden – und die durchaus positive Systemergebnisse der Biodynamik aufzeigen. Hierbei ist natürlich zu betonen, dass die Interpretation des biodynamischen Konzeptes untersucht wurde, wie sie eingangs geschildert wurde.

Fakt ist also: Die Biodynamik in ihrer modernen Form, zum Beispiel den Demeter-Richtlinien oder der biologischen Kreislaufwirtschaft, hat durchaus positive Effekte auf die Umwelt und Tiere sowie die Qualität der Erzeugnisse. Die ursprüngliche Idee von Rudolf Steiner ist hingegen schwer greifbar und aus wissenschaftlicher Sicht fragwürdig. Es ist daher richtig und sinnvoll, diese Grundidee in handfeste Siegel umzuwandeln.

Fazit

Tatsächlich gibt es also einen großen Unterschied zwischen „Bio“ und „biodynamisch“. Obwohl es sich nicht um ein neues Konzept handelt, ist die Biodynamik jedoch deutlich weniger bekannt. Den Begriff Demeter haben Sie aber gewiss schon des Öfteren gehört und wissen nun auch, dass es sich dabei um eine Weiterführung des Bio-Siegels handelt, wobei auch das biologisch-dynamische Grundprinzip berücksichtigt wird.

Der Kauf entsprechender Produkte kommt also einerseits der Natur zugute – das Klima wird geschont, die Boden bleiben langfristig fruchtbar und die Tiere werden artgerecht gehalten. Andererseits weisen die Erzeugnisse eine exzellente Qualität auf, welche sowohl den Tieren in einem immerwährenden Kreislauf verfüttert und anschließend wieder als Dünger verwendet werden als auch die Gesundheit der Menschen fördert.

Schlussendlich profitiert also jeder vom biodynamischen Anbau. Besonders bei Obst, Gemüse, Weinen sowie tierischen Produkten sollten Sie daher zukünftig auf das Demeter-Siegel achten. Wenn Sie sich für das Hobbygärtnern begeistern, können Sie das Grundprinzip auch hier umsetzen und beispielsweise eine Permakultur anlegen. Denn „der Mensch ist, was er isst“, heißt ein bekanntes Sprichwort.