Gesunde Ernährung

Berberitze: So gesund ist das heimische Superfood

Der Berberitzenbaum wächst in vielen einheimischen Gärten. Die Beeren der Berberitze schmecken nicht nur gut, sondern sind auch sehr gesund. Lesen Sie hier mehr zur Heilwirkung.

Eine Infografik mit verschiedenen Fakten zu Berberitzen. Sie zeigt Wissenswertes über die Wirkung der roten Früchte.

Quinoa, Arganöl oder Acaibeere – die sogenannten Superfoods sind beliebt wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe. Gleichzeitig stehen sie unter Kritik wegen langer Transportwege und zweifelhafter ökologischer und sozialer Arbeitsbedingungen in den Erzeugerländern. Gesundheitsbewusste suchen deshalb hierzulande nach besonders wohltuenden Lebensmitteln. Sie werden beispielsweise fündig bei Hirse, Rapsöl oder den Beeren der Berberitze.

Beeren der Berberitze – sauer, aber heilsam

Die Gewöhnliche Berberitze (berberis vulgaris), auch Sauerbeere, Sauerdorn oder Essigbeere genannt, ist ein immergrüner oder laubabwerfender Strauch. Er wächst vor allem in Europa und Asien. Im Garten ist er eine beliebte Zierpflanze.

Alle Pflanzenteile, ausgenommen die leuchtend roten Beeren der Berberitze, sind mehr oder weniger giftig. Hauptwirkstoff ist das Alkaloid Berberin. Die Früchte des Berberitzenstrauchs kannten unsere Vorfahren als „Zitrone des Nordens“. Mit der Zitrusfrucht gemein haben die Berberitzen-Früchte ihren hohen Vitamin-C-Gehalt und den sauren Geschmack.

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Gesunde Beeren, giftige Blätter

Die roten Früchte der Berberitzen können Sie beispielsweise als Grundlage für Säfte, Marmelade oder Gelees verwenden. Getrocknet eignen sie sich wie Rosinen als Zugabe für Ihr Müsli. In orientalischen Ländern würzen sie als süß-saure Zugabe Reis, aber auch Fisch- und Schmorgerichte.

In Indien und arabischen Ländern nutzen die Menschen die Früchte als Mittel, um Toxine aus dem Körper auszuleiten. Im früheren Persien setzten Heilkundige sie ein, um den Opiumentzug zu unterstützen. Die nordamerikanischen Ureinwohner sollen eine Mischung aus Berberisharz und einem Pulver aus den säuerlichen Beeren und den Wurzeln der Pflanze gegen Geschwüre, Cholera und Typhus eingesetzt haben.

Getrocknete Berberitzen-Beeren auf einem Holzlöffel.

Die getrockneten Früchte können das morgendliche Müsli verfeinern. (c) Colourbox

Wirkstoff und Heilkraft der Berberitzen-Beere

Berberitzen enthalten unter anderem:

Hier kann die Beere Ihre Heilung unterstützen

  • ErkältungenDie Früchte wirken schweißtreibend und antibakteriell, sie lösen Schleim. Der hohe Vitamin-C-Gehalt kräftigt Ihr Immunsystem.
  • FieberSie können Ihre Körpertemperatur senken.
  • ZahnfleischentzündungenDie antibakterielle Wirkung beginnt schon in Ihrem Mund, lindert Zahnschmerzen und verbessert den Atem.

Wirkstoff und Heilkraft der Berberitzenwurzel

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Berberidis radix sind:

  • Berbamin
  • Berberin

Berberin ist der medizinisch wirksame Inhaltsstoff. Es handelt sich dabei um ein Isochinolalkaloid, das die Wurzel intensiv gelb färbt. In der Arzneimittelforschung gilt Berberin als aussichtsreicher Stoff, weil es Blutfette und den Blutzuckerspiegel senken kann und außerdem das Wachstum von Krebszellen hemmt. Diese Erkenntnisse haben allerdings noch nicht zur Entwicklung eines Medikaments geführt.

Die Einsatzgebiete von Berberin

  • BlutzuckerBerberin beeinflusst, wie stark Körperzellen auf Insulin ansprechen. Dadurch kann es den Glucosegehalt des Bluts regulieren.
  • Cholesterin: Es senkt den Cholesteringehalt Ihres Bluts.
  • Leber- und Gallenleiden: Die Volksheilkunde setzt die Wurzel des Berberitzenstrauchs als galletreibendes Mittel ein.
  • Bauchspeicheldrüse: Als Beigabe zu Tees kann Berberin bei akuten Entzündungen helfen.
  • Krebs: Verschiedene pharmakologische Versuche haben gezeigt, dass Berberin im Reagenzglas Krebszellen daran hindern konnte, sich zu vermehren.

Aber Vorsicht! Von Selbstversuchen sollten Sie absehen. In einer falschen Dosierung wirkt Berberin giftig. Wer es falsch einnimmt, kann dadurch folgende Symptome auslösen:

  • Magenbeschwerden,
  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Benommenheit,
  • Nasenbluten,
  • Atemnot,
  • Krampfanfälle bis hin zur Nierenentzündung.