Bewegung & Fitness

Barfuß gehen: Gesundes Erlebnis für die Füße

Das Barfuß-Laufen auf bloßen Füßen erzeugt eine wunderbare Nähe zur Natur und ist auch noch gesund. Ausprobieren!

Eigentlich komisch: Während sich viele für einen Sommerspaziergang oben herum luftig anziehen, packen sie ihre Füße meist in dicke Wanderschuhe. Versuchen Sie es doch mal „unten ohne“ und machen Sie sich auf nackten Sohlen auf den Weg.

Schuhe können Füßen schaden

Anders als unsere Vorfahren laufen wir heutzutage meist auf hartem Untergrund wie Asphalt und tragen Schuhe, die häufig nicht hundertprozentig passen. Das kann zu einseitiger Belastung führen und die Fußmuskulatur schwächen. Diese wird anders als beim Barfuß gehen auf weichen Böden kaum beansprucht.

Die Folge: Die Fußmuskulatur verkümmert, der Apparat aus zahlreichen Knochen, Sehnen und Bändern wird nicht mehr richtig zusammengehalten, und es können Fehlstellungen wie Spreiz-, Knick- oder Senkfüße entstehen.

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Darum ist Barfuß gehen gesund

Wer dagegen öfters barfuß geht, kann Fußfehlstellungen vorbeugen oder sie lindern.

Aber nicht nur die Füße profitieren: Barfuß laufen kräftigt Muskeln, Bänder und Gelenke, es fördert die Durchblutung, trainiert motorische Fähigkeiten, und entlastet die Wirbelsäule. Zudem stimuliert es die Fußreflexzonen, wodurch das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem angeregt werden.

Kinder öfters barfuß laufen lassen

Vor allem bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass sie regelmäßig ohne Schuhe gehen. Diese werden häufig schnell zu klein, ohne dass die Kinder es bemerken. Stoßen die Zehen dann über einen zu langen Zeitraum an den Schuh an, kann das zum Beispiel zu einer Fehlstellung der Zehen führen. Umso wichtiger ist es, dass Eltern regelmäßig die Passform der Kinderschuhe überprüfen und Kinder zwischendurch barfuß gehen lassen.

Barfußpfade: Ein sinnliches Erlebnis

In Deutschland gibt es mittlerweile jede Menge Barfußpfade mit verschiedensten Bodenbelägen. Man läuft über Rinde, Häcksel, Mulch, Sägespäne, Traubenstiele, Heu, Stroh, Torf, Sand, Kies, Split, Gras oder Lehm, durch Wasser oder Schlamm. Bei manch einem Barfuß-Parcours finden sich zudem Balanciermöglichkeiten, Fühl- und Riechstationen.

Langeweile kommt hier nicht auf, und unsere Sinne freuen sich. Die Füße werden durch den Lauf auf den unterschiedlichen Belägen sanft massiert, fühlen sich warm und kribbelig an.

Füße gehen durch Sand

Grober Sand wirkt wie eine sanfte Massage auf die nackten Füße. (c) Colourbox

Barfuß gehen – auf was muss ich achten?

Wer sich mit nackten Füßen auf den Weg macht, sollte einige Dinge beachten:

  • Übertreiben Sie es nicht beim Barfuß gehen, laufen Sie nicht zu lange und legen Sie ausreichend Pausen ein.
  • Gerade Menschen mit Durchblutungsstörungen oder Nervenschädigungen am Fuß, zum Beispiel Diabetiker, sollten achtsam sein und Überlastungen vermeiden.
  • Menschen mit Arthrose oder einer schwerwiegenden Fußfehlstellung sprechen vorher besser mit ihrem Arzt, ob Barfuß gehen für sie infrage kommt.
  • Achten Sie, wenn Sie barfuß gehen auf Ihren Gang. Setzen Sie den Fuß gerade auf, legen Sie das Gewicht nach vorne auf den Fußballen. So können Sie auf Unebenheiten reagieren.
  • Nehmen Sie die Eindrücke unter den Sohlen genau wahr: Wie fühlt sich welcher Untergrund an? Schließen Sie auch mal die Augen und konzentrieren Sie sich auf Ihre Füße.
  • Passen Sie, wenn Sie barfuß gehen auf, wohin Sie treten. Nicht nur für ungeübte Füße sind spitze Steine oder Dornen unangenehm.

Wer Lust aufs Barfuß-Vergnügen bekommen hat, kann sich unter www.barfusspark.info über den nächsten Barfußpfad in seiner Nähe informieren.