Aufstoßen: Wie viel Rülpsen ist normal?

Aufstoßen: Wie viel Rülpsen ist normal?

Rülpsen ist nicht nur peinlich. Häufiges Aufstoßen kann ein Anzeichen ernstzunehmender Verdauungsprobleme sein ...
Inhaltsverzeichnis

Aufstoßen ist meist harmlos und völlig normal. Durch zu schnelles Essen und Trinken wird Luft mit verschluckt, und die sucht sich anschließend ihren Weg nach draußen. Doch kann hinter häufigem Rülpsen auch ein gesundheitliches Problem stecken.

Aufstoßen: Ursache und Unterschiede

Aufstoßen, Rülpsen, Bäuerchen machen – der medizinische Fachbegriff dafür heißt „Eruktation“ . Aufstoßen ist ein ganz normaler Mechanismus des Körpers, um die überschüssigen Gase, die sich im Magen ansammeln, wieder loszuwerden.

Einer der Hauptgründe für „gesundes“ Aufstoßen ist, dass wir beim Trinken, Essen und Sprechen Luft verschlucken. Viele von uns müssen nach einer reichhaltigen Mahlzeit schon einmal diskret aufstoßen, vor allem nach dem Genuss von kohlensäurehaltigen Mineralwässern, Limonaden, Cola oder Bier. Aufstoßen kann aber auch ein Symptom für Verdauungsprobleme sein.

Verdauungsstörungen als Ursache für häufiges Aufstoßen

Häufigster Grund für ungewöhnliches Aufstoßen sind Verdauungsstörungen. Diese gehen oft einher mit einem damit verbundenen Gefühl des „Aufgebläht-Seins“.

Das Blähgefühl entsteht, weil durch den gestörten Verdauungsprozess im Magen vermehrt Gas produziert wird. Das überschüssige Gas führt zu Blähungen. Sie können über die Speiseröhre (Ösophagus) und den Mund nach oben als Rülpser abgegeben werden, was zu einem Gefühl der Erleichterung führt.

Ein alternativer „Fluchtweg“ für die Gase ist der Weg durch das übrige Verdauungssystem. Die Gase verlassen den Körper über den Enddarm als Flatulenzen, wir müssen, salopp gesagt, pupsen.

Aufstoßen und Magendruck

Es kann vorkommen, dass beim Aufstoßen etwas Mageninhalt mitkommt. Das muss allerdings nicht zwingend krankhaft sein. Haben Sie diese Beschwerden allerdings regelmäßig, könnte es sich um eine Refluxerkrankung handeln, die sich zusätzlich mit einem Brennen in der Brust (Sodbrennen) bemerkbar macht.

In diesem Fall sollten Sie die Diagnose von einem Arzt abklären lassen, denn auch eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann Ursache für ungewöhnlich häufiges Aufstoßen in Verbindung mit Magenschmerzen sein.

Weitere Ursachen für häufiges Aufstoßen

Weitaus seltener können auch andere Krankheiten den Grund für häufiges Rülpsen darstellen. Ist die aufgestoßene Nahrung beispielsweise noch unverdaut, so kann eine Stenose, eine Verengung der Speiseröhre Ursache für die Beschwerden sein.

Müssen Sie nach bestimmten Speisen vermehrt aufstoßen, so könnte auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinterstecken.

Geruch beim Aufstoßen

Der Geruch kann einen Hinweis auf die zugrundeliegende Ursache geben.

Häufig nehmen Betroffene beim Aufstoßen einen Geruch nach faulen Eiern wahr. Hierbei handelt es sich um Schwefelwasserstoffgas, das der Körper bei der Zersetzung verschiedener Lebensmittel produziert, darunter vor allem Milchprodukte und Eier. In Verbindung mit Magenschmerzen kann der Geruch allerdings auch ein Anzeichen für eine Magenschleimhautentzündung sein, die häufig durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst wird.

Besonders selten, aber lebensbedrohlich ist das Aufstoßen verbunden mit Stuhlgeruch. Hier könnte ein Darmverschluss vorliegen, es sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Was hilft gegen Aufstoßen?

Hier finden Sie einige hilfreiche Tipps, die bei durch Verdauungsstörungen verursachtem übermäßigen Aufstoßen helfen können:

  • Tempolimit: Essen Sie langsam und kauen Sie Ihre Nahrung gut. Kauen Sie jeden Bissen zwanzigmal, um den Beginn des Verdauungsprozesses zu unterstützen. Dadurch essen Sie automatisch langsamer und verschlucken beim Essen weniger Luft.
  • Kleinere Portionen: Essen Sie regelmäßig kleinere Mahlzeiten. Dadurch kann sich zwischen den Mahlzeiten weniger Säure ansammeln. Vermeiden Sie es, spät abends zu essen, besonders wenn Sie an Säurereflux leiden.
  • Fettes und Scharfes meiden: Meiden Sie fettige und scharfe Speisen, da diese schwerer verdaulich sind.
  • Weniger Flüssigkeit: Nehmen Sie zu den Mahlzeiten nicht zu viel Flüssigkeit zu sich, da dies die Verdauungsenzyme in Ihrem Magen verdünnt.
  • Besser bitter: Essen Sie bitter schmeckende Salate, wie Rucola oder Endiviensalat. Diese helfen Ihrem Körper, mehr Verdauungsenzyme zu produzieren. Bitterer Geschmack löst an der Zunge einen Nervenreflex aus, der an das Gehirn und schließlich zum Magen weitergegeben wird und die Freisetzung von Magensäften zur Unterstützung der Verdauung anregt.
  • Rechtsdrehende Milchsäure: L(+)-Milchsäure ist ein Nährstoff, der für die Verdauung hilfreich sein kann. Dieser Inhaltsstoff ist in fermentierten Nahrungsmitteln wie Joghurt und eingelegtem Gemüse wie Sauerkraut enthalten. Milchsäure unterstützt und reguliert den Verdauungsprozess und fördert gleichzeitig die Aufnahme von Mineralstoffen.

FAQ

Was ist Rülpsen?

Beim Rülpsen gelangen Gase, die sich während des Verdauungsvorgangs angesammelt haben über die Speiseröhre in den Mund und werden so ausgeschieden. Das Rülpsen ist, genau wie das Pupsen, ein natürlicher Mechanismus des Körpers. Wenn es ständig auftritt, kann es aber auch auf andere ernstzunehmende Krankheiten hinweisen.

Was tun gegen Aufstoßen?

Besonders dann, wenn häufiges Aufstoßen vermehrt nach dem Essen auftritt, kann es helfen, Ihre Ess- und Trinkgewohnheiten umzustellen. Betroffene nehmen oft kohlensäurehaltige Getränke zu sich, was die Gasbildung während des Verdauungsvorgangs natürlich zusätzlich beeinflusst. Bewusstes Kauen und langsames Essen können ebenfalls dazu beitragen, dass weniger Luft verschluckt wird.

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