Magen & Darm

Aufstoßen: Wie viel Rülpsen ist normal?

Aufstoßen ist meist harmlos und völlig normal. Doch kann hinter häufigem Rülpsen auch ein gesundheitliches Problem stecken. Wir klären auf.

Viele müssen rülpsen, nachdem sie etwas getrunken haben. Ein Bäuerchen nach dem Essen kommt ebenfalls nicht nur bei Babys vor. Durch zu schnelles Essen und Trinken wird Luft mit verschluckt, und die sucht sich anschließend ihren Weg nach draußen.

Darum müssen wir aufstoßen

Aufstoßen, Rülpsen, Bäuerchen machen – der medizinische Fachbegriff dafür heißt „Eruktation“ . Aufstoßen ist ein ganz normaler Mechanismus des Körpers, um die überschüssigen Gase, die sich im Magen ansammeln, wieder loszuwerden.

Einer der Hauptgründe für „gesundes“ Aufstoßen ist, dass wir beim Trinken, Essen und Sprechen Luft verschlucken. Viele von uns müssen nach einer reichhaltigen Mahlzeit schon einmal diskret aufstoßen, vor allem nach dem Genuss von kohlensäurehaltigen Mineralwässern, Limonaden, Cola oder Bier. Aufstoßen kann aber auch ein Symptom für Verdauungsprobleme sein.

Der häufigste Grund für ungewöhnliches Aufstoßen sind Verdauungsstörungen. Diese gehen oft einher mit einem damit verbundenen Gefühl des „Aufgeblähtseins“.

Das Blähgefühl entsteht, weil durch den gestörten Verdauungsprozess im Magen vermehrt Gas produziert wird. Das überschüssige Gas führt zu Blähungen. Sie können über die Speiseröhre (Ösophagus) und den Mund nach oben als Rülpser abgegeben werden, was zu einem Gefühl der Erleichterung führt.

Ein alternativer „Fluchtweg“ für die Gase ist der Weg durch das übrige Verdauungssystem. Die Gase verlassen den Körper über den Enddarm als Flatulenzen, wir müssen, salopp gesagt, pupsen.

Aufstoßen: Anti-Rülps-Tipps zu Ernährung und Lebensstil

Hier finden Sie einige hilfreiche Tipps, die bei durch Verdauungsstörungen verursachtem übermäßigen Aufstoßen helfen können:

  • Tempolimit: Essen Sie langsam und kauen Sie Ihre Nahrung gut. Kauen Sie jeden Bissen zwanzigmal, um den Beginn des Verdauungsprozesses zu unterstützen. Dadurch essen Sie automatisch langsamer und verschlucken beim Essen weniger Luft.
  • Kleinere Portionen: Essen Sie regelmäßig kleinere Mahlzeiten. Dadurch kann sich zwischen den Mahlzeiten weniger Säure ansammeln. Vermeiden Sie es, spät abends zu essen, besonders wenn Sie an Säurereflux leiden.
  • Fettes und Scharfes meiden: Meiden Sie fettige und scharfe Speisen, da diese schwerer verdaulich sind.
  • Weniger Flüssigkeit: Nehmen Sie zu den Mahlzeiten nicht zu viel Flüssigkeit zu sich, da dies die Verdauungsenzyme in Ihrem Magen verdünnt.
  • Besser bitter: Essen Sie bitter schmeckende Salate, wie Rucola oder Endiviensalat. Diese helfen Ihrem Körper, mehr Verdauungsenzyme zu produzieren. Bitterer Geschmack löst an der Zunge einen Nervenreflex aus, der an das Gehirn und schließlich zum Magen weitergegeben wird und die Freisetzung von Magensäften zur Unterstützung der Verdauung anregt.
  • Rechtsdrehende Milchsäure: L(+)-Milchsäure ist ein Nährstoff, der für die Verdauung hilfreich sein kann. Dieser Inhaltsstoff ist in fermentierten Nahrungsmitteln wie Joghurt und eingelegtem Gemüse wie Sauerkraut enthalten. Milchsäure unterstützt und reguliert den Verdauungsprozess und fördert gleichzeitig die Aufnahme von Mineralstoffen.