Asthma

Hinter Husten und Keuchen kann mehr stecken als eine einfache Erkältung. Die Beschwerden sind mitunter erste Anzeichen für Asthma – eine chronische Entzündung und Überempfindlichkeit der Atemwege, die nicht heilbar, aber gut in den Griff zu bekommen ist – sofern der Arzt sie frühzeitig diagnostiziert.

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Was ist Asthma?

Asthma bronchiale, häufig vereinfacht nur Asthma genannt, ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege, unter der weltweit 300 Mio. Menschen leiden. Das Wort „Asthma“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet dort so viel wie „Beklemmung“ oder „Atemnot“ – das Hauptsymptom der Krankheit.

Bei Asthmatikern sind die Atemwege durch eine Störung des Immunsystems dauerhaft in einem entzündeten Zustand. Die Atemwegserkrankung führt zu einer Überempfindlichkeit auf für gesunde Menschen völlig harmlose äußere Reize wie Pollen, Staub oder auch kalte Luft. Das nennt man bronchiale Hyperreagibilität.

Die heftige Abwehrreaktion der Atemwege umfasst mehrere Prozesse: Die Schleimhäute der Bronchien schwellen an, sondern übermäßig viel Schleim ab, die Bronchialmuskulatur verkrampft schlagartig und die Atemwege verengen sich. Im Zusammenspiel führen diese anfallartigen Störungen der Lungenfunktion dazu, dass die eingeatmete Luft die Atemwege nicht mehr reibungslos passieren kann. Sie stockt und der Betroffene gerät in Atemnot.

Meist nimmt die Atemwegserkrankung schon im Kindesalter ihren Anfang. Sie gilt sogar als häufigste chronische Erkrankung in diesem Lebensabschnitt. In Deutschland leiden etwa 10 % der Kinder an Asthma, viele von ihnen nehmen die Krankheit mit ins Erwachsenenalter.

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Asthma: Symptome und typische Anzeichen bei einem Asthmaanfall

Erste Signale für einen Asthmaanfall sind Reizhusten, Enge in der Brust und das Gefühl, schlecht Luft zu bekommen. Charakteristisch für die Krankheit ist, dass die Anfälle unterschiedlich schwer ausfallen und unregelmäßig auftreten. Manchmal setzen sie für einige Wochen aus – medizinisch wird dieser Zeitraum „beschwerdefreies Intervall“ genannt – um dann wieder plötzlich über den Patienten hereinzubrechen. Die Dauer eines Anfalls schwankt zwischen einer Minute und mehreren Tagen.

Bei einem Asthmaanfall fällt dem Erkrankten das Ausatmen besonders schwer. Die eingeatmete Luft findet ihren Weg nach draußen in den verengten und verschleimten Atemwegen nur noch mit Mühe. Je mehr Luft in den Lungen zurückbleibt, desto weniger Platz ist jedoch für frisch eingeatmete Luft. Das führt zu einer schnellen, oberflächlichen Atmung und Atemnot.

Weitere typische Symptome für Asthma sind:

  • pfeifende (sogenanntes Giemen) oder brummende Atemgeräusche
  • Husten – trocken oder mit viel Schleim
  • mühsame Atmung
  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • Atemnot und Kurzatmigkeit

Bei Kindern wird Asthma häufig erst spät erkannt, was daran liegt, dass bei ihnen Husten das häufigste Symptom für die Atemwegserkrankung ist. Weil die Kleinen ohnehin häufig husten – meistens aus ganz harmlosen Gründen – dauert es oft lange, bis die Eltern zum Arzt gehen und der Arzt die Diagnose stellt. Wenn der Nachwuchs auffällig oft an Bronchitis erkrankt und regelmäßig unter Hustenattacken leidet, sollte sich medizinisches Fachpersonal ein Bild vom Gesundheitszustand des Kindes machen.

Wenn sich ein Asthmaanfall nicht durch Medikamente durchbrechen lässt und somit länger als 24 Stunden anhält, spricht man vom Status asthmaticus. Der lebensbedrohliche Asthmaanfall kann dazu führen, dass der Gasaustausch in der Lunge versagt und der Betroffene nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Achtung! Egal, ob Sie Asthmatiker sind oder nicht: Bei akuter Atemnot sollten Sie sich dringend in ärztliche Behandlung geben und im Zweifelsfall den Notruf wählen!

Diese Asthma-Arten gibt es

Ein Asthmaanfall entsteht immer infolge einer akuten Verengung der Atemwege. Warum die Bronchien so übertrieben reagieren, ist von Fall zu Fall verschieden. Hinsichtlich ihrer Auslöser unterscheidet man hauptsächlich zwischen diesen beiden Hauptformen von Asthma:

  • Allergisches Asthma (extrinsisch):

Beim allergisch bedingten Asthma lösen bestimmte Stoffe die bronchiale Abwehrreaktion aus. Allergene, die einen asthmatischen Anfall hervorrufen, sind häufig Hausstaubmilben, Blütenpollen oder Tierhaare. Auch bestimmte Nahrungsmittel, Luftschadstoffe wie Rauch oder Abgase sowie Raumsprays oder Reinigungsmittel können allergisches Asthma auslösen. Die akuten Atemnot-Anfälle gründen auf andere äußere Reize oder Krankheiten, die als Trigger funktionieren. Diese Form von Asthma tritt typischerweise im Kindes- oder Jugendalter auf und ist vererbbar.

  • Nicht-allergisches Asthma (intrinsisch):

Bei nicht-allergischem Asthma wird die Abwehrreaktion der Bronchien durch Reize ausgelöst, die von innen, also dem Körper selbst, kommen. Dazu gehören vor allem bakterielle oder virale Entzündungen der Atemwege.

Bei der Mehrzahl der Patienten liegen beide Asthma-Typen (das allergische und das nicht-allergische) als Mischform vor, da innere und äußere Faktoren zusammenspielen. Meistens beginnt die Krankheit mit einer allergischen Reaktion, die sich – wenn sie nicht behandelt wird – zu einer generellen Überempfindlichkeit der Atemwege entwickelt. Zusätzlich können dann nicht mehr nur Allergene, sondern auch Infekte und unspezifische Stoffe wie trockene und kalte Luft, Parfüm und Nebel die Bronchien erheblich reizen.

Bestimmte Berufsgruppen können plötzlich eine Allergie auf Stoffe entwickeln, mit denen sie täglich hantieren – Bäcker auf Mehl zum Beispiel. Bei Menschen, die mit Chemikalien arbeiten, kommt es vor, dass die aggressiven Substanzen das Bronchialsystem mit der Zeit schädigen. Eine allergische Empfindlichkeit muss dann nicht zwingend vorliegen. Das Asthma entsteht in diesen Fällen dadurch, dass die Bronchien permanent gereizt werden.

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Weitere Asthma-Ursachen und andere Risikofaktoren

Für die verschiedenen Asthma-Arten gibt es auch unterschiedliche Auslöser. Nicht nur die äußeren Auslöser führen zu einer Reizung der Bronchien, sondern auch die grundsätzliche Veranlagung. Da Asthma in einigen Familien häufiger auftritt als in anderen, wird davon ausgegangen, dass das Erkrankungsrisiko erhöht ist, wenn Familienangehörige bereits darunter leiden.

Bestimmte Umstände begünstigen oder verschlimmern Asthmaerkrankungen. Als Risikofaktoren gelten zudem:

  • Rauchen (passiv und aktiv)
  • Erkrankungen (teilweise schon als Kind) wie Heuschnupfen, Milbenallergie oder Neurodermitis 
  • Asthmafälle in der Familie
  • übertriebene Hygiene im Kindesalter (fördert Allergien)
  • Untergewicht bei der Geburt
  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • häufige Infekte, bzw. ein geschwächtes Immunsystem
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Wie erkennt der Arzt Asthma?

Wer in regelmäßigen Abständen an den oben genannten Beschwerden leidet, sucht am besten zeitnah ärztliches Fachpersonal auf. Zwar ist Asthma nicht heilbar, aber so gut zu behandeln, dass die Lebensqualität der Patienten dadurch kaum einschränkt wird. In der Regel verhält es sich so: Je früher Asthma erkannt wird, desto beschwerdefreier können Betroffene später leben.

Vor der Diagnose steht ein Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin. Hierbei geht es um die Schilderung der Beschwerden, die Vorgeschichte des Patienten und bekannte allergische oder asthmatische Erkrankungen in der Familie. Oft erhält der Mediziner dadurch schon erste Hinweise auf die chronische Atemwegserkrankung.

Danach folgt die körperliche Untersuchung. Die Lunge wird abgeklopft und abgehört. Eine Reihe von Checks wird durchgeführt, um Asthma eindeutig diagnostizieren zu können:

  • Lungenfunktionsuntersuchung: Das Atemvermögen des Patienten wird gemessen oder das Luftflussvolumen mit dem sogenannten Peak-Flow-Meter (ein kleines Handgerät, das Patienten zur Selbstkontrolle auch mit nach Hause bekommen) überprüft
  • Röntgenaufnahmen der Lunge
  • Blutgasanalysen
  • Allergietest: Durch Tests, wie beispielsweise einem Pricktest, wird abgeklärt, ob Substanzen die Asthmaanfälle auslösen und wenn ja, welche

Asthma-Behandlung und Therapie

Die Asthma-Therapie setzt sich in der Regel aus drei Bausteinen zusammen:

  • einer Basisbehandlung mit Medikamenten (Controller),
  • einer Bedarfsmedikation (Reliever) bei akuten Anfällen
  • und einer intensiven Patientenschulung.

Basisbehandlung

Die Basisbehandlung besteht aus einer Dauermedikation, die der Arzt oder die Ärztin dem Schweregrad der Erkrankung anpasst. Die meisten Asthmatiker inhalieren ihre Medikamente mit Dosieraerosolen, Verneblern oder Pulverinhalatoren. Es gibt Wirkstoffe, welche die Bronchien erweitern und solche, die die Entzündung mithilfe von Kortison hemmen. Das medizinische Fachpersonal wählt aus, welche Medikamente für die individuelle Therapie sinnvoll sind. Bei schwerem Asthma können bronchienerweiternde und kortisonhaltige Sprays kombiniert werden. Wichtig ist die tägliche Anwendung, um die Symptome dauerhaft zu bekämpfen.

Ergänzend prüft der Erkrankte die Lungenfunktion regelmäßig mit einem Peak-Flow-Meter und hält die Ergebnisse in einem Tagebuch fest. So können Patienten Fortschritte oder Verschlechterungen im Krankheitsverlauf dokumentieren – und die Therapie gemeinsam mit der ärztlichen Behandlung optimieren.

Bedarfsmedikation

Die Bedarfsmedikation kommt bei Asthmaanfällen zum Einsatz, die trotz der Basistherapie aufflammen. Hierzu verschreibt der Lungenfacharzt höher dosierte Notfallsprays (vor allem Beta-2-Sympathomimetika), die rasch wirken.

Patientenschulung

In der Patientenschulung lernen Asthmatiker alles über ihre Krankheit: Behandlungsmöglichkeiten, Inhalationsmethoden, Nebenwirkungen der Medikamente, den Gebrauch von Inhalationshilfen, den Umgang mit der Erkrankung im Alltag und wie sie Asthma-Auslöser vermeiden. Ziel der Therapie ist es, dem Patienten ein normales Leben ohne körperliche und psychische Einschränkungen zu ermöglichen. Das heißt: Asthmasymptome sollen dauerhaft reduziert, schwere Anfälle verhindert und die Lungenfunktion auf lange Sicht stabilisiert werden. Die Therapie ist allerdings nur dann erfolgreich, wenn sich der Patient aktiv daran beteiligt, seine Krankheit genau kennt und die Reaktionen seiner Atemwege richtig einzuschätzen weiß.

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Wie kann man Asthmaanfällen vorbeugen?

Werden Asthmatiker zu Experten ihrer eigenen Krankheit, können sie bekannte Risikofaktoren in der Regel gut ausräumen. Welche das sind, hängt von der individuellen Asthmaform ab. Die beste Prävention ist: persönliche Asthma-Auslöser kennen und vermeiden.

Vor Anfällen schützen sich Asthmatiker, indem sie:

  • mit dem Rauchen aufhören
  • sich im Notfall – auch wenn es schwerfällt – vom Haustier trennen
  • Atemtechniken und Atemgymnastik erlernen und die Atemmuskulatur stärken
  • sich gezielt entspannen, zum Beispiel durch Yoga oder Meditation
  • mit dem Arzt oder der Ärztin in regem Austausch stehen
  • Übergewicht abbauen
  • von anderen Patienten (in Selbsthilfegruppen) lernen
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Häufig gestellte Fragen zum Thema Asthma

Was ist Asthma?

Unter dem medizinischen Fachbegriff „Asthma bronchiale“, kurz Asthma, versteht man eine Lungenerkrankung, bei der die Atemwege chronisch entzündet sind und die Bronchien übermäßig auf verschiedene Reize reagieren.

Welche Asthma-Arten gibt es?

Hauptsächlich wird zwischen zwei Formen von Asthma unterschieden: allergisches (extrinsisches) und nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma. Ersteres wird durch äußere Reize wie Blütenpollen oder Hausstaub verursacht. Nicht-allergisches Asthma wird ausgelöst durch Reize, die von innen kommen, wie beispielsweise Infekte oder Viren. Viele Betroffene leiden unter einer Mischform der beiden.

Wie äußert sich Asthma?

Die deutlichsten Symptome, die mit Asthma einhergehen, sind starker Husten, pfeifende Geräusche beim Atmen, Engegefühl im Brustkorb, Kurzatmigkeit und schließlich bis hin zur anfallsartigen Atemnot.

Ist Asthma heilbar?

Die Lungenerkrankung an sich kann nicht geheilt werden, jedoch sind die Behandlungsmöglichkeiten inzwischen so gut, dass Betroffene gut mit Asthma leben können.

Was hilft bei Asthma?

Betroffene können vor allem bei allergischem Asthma den Auslöser, soweit es geht, vermeiden. Ist das nicht vollständig möglich, können sowohl vom medizinischen Fachpersonal verschriebene Medikamente zum Einsatz kommen sowie die Anwendung spezieller Atemtechniken. Spezielle Patientenschulungen können dabei helfen, mit der eigenen Erkrankung besser umzugehen.

Asthma: Welcher Arzt ist der Richtige?

Zunächst hilft ein erstes Gespräch mit dem Hausarzt oder der Hausärztin, um Symptome und Ursachen abzuklären. Bei allergischem Asthma ist der Besuch eines Allergologen ratsam. Ansonsten ist der Lungenfacharzt oder die Lungenfachärztin die richtige Wahl, wenn es um die Gesundheit der Bronchien geht.