Gesunde Ernährung

Arganöl – eines der kostbarsten Öle der Welt

Die positive Wirkung von Arganöl ist inzwischen durch mehrere Studien bewiesen. Wir geben Ihnen einen Einblick in die aufwendige Herstellung und stellen Anwendungsgebiete vor.

Ob Cellulite, Neurodermitis, brüchige Nägel oder Spliss – Arganöl ist vielseitig einsetzbar und besonders im Bereich Körperpflege und Beauty beliebt. Es hilft aber auch, den Cholesterinspiegel zu senken und unsere Zellen zu schützen. Da die Herstellung sehr aufwendig ist und der Arganbaum nur in wenigen Regionen angebaut werden kann, gehört das Öl der Arganfrucht zu den kostbarsten Ölen der Welt.

Arganbaum – eine der ältesten Pflanzen der Welt

Laut einiger literarischer Werke, existiert der Arganbaum seit über 25 Millionen Jahren. Manche reden sogar von bis zu 80 Millionen Jahren. Damit gehört er zu den ältesten Bäumen unseres Planeten. Heutzutage findet man den Baum mit den wertvollen Arganfrüchten fast ausschließlich im Südwesten Marokkos – genau genommen an der Grenze zwischen Marokko und Algerien. In der Region Souss-Massa-Daa scheint sich der Eisenholzbaum oder Baum des Lebens, wie er von Einheimischen genannt wird, besonders wohl zu fühlen. Er wächst und vermehrt sich dort von selbst.

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Einen Arganbaum zu züchten wäre auch kaum möglich, da diese Pflanze sehr spezielle Bedürfnisse hat. Im Gegenzug dazu ist er sehr pflegeleicht und braucht nicht viel, um ertragreich zu sein. Denn selbst mit länger andauernder Trockenheit, enormer Hitze und dem wüstenähnlichen Klima kommt der Baum sehr gut zurecht. Seine Wurzeln ragen teilweise bis zu 30 Meter tief in die Erde, um sich dort mit Wasser und Mineralien zu versorgen. Die Lebenserwartung liegt bei 150 bis 200 Jahren.

Herstellung von Arganöl ist sorgfältige Handarbeit

In den ersten fünf Lebensjahren trägt der Arganbaum keine Früchte. Danach können die grünen Arganpflaumen alle zwei Jahre geerntet und zu Öl verarbeitet werden. Jeder Arganbaum hat im Schnitt einen Ertrag von 5 bis 7,5 Kilogramm Arganpflaumen. Bis man jedoch überhaupt an das wertvolle Öl kommt, ist es ein langer und körperlich anstrengender Weg.

Im Übrigen ist es in Marokko Tradition, dass Frauen für die Herstellung des Arganöls verantwortlich sind. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Da der Arganbaum überall spitze Dornen hat und nicht geschüttelt werden darf, warten die Frauen so lange, bis die Früchte von allein von den Bäumen fallen.

Eine Frau knetet Öl aus Argansamen.

Hochwertiges Arganöl wird durch Handarbeit gewonnen. (c) Marko Rupena / Fotolia

Die geernteten Arganfrüchte werden durch einen gezielten Schlag mit einem Stein vom bitter schmeckenden und nicht für den Verzehr geeigneten Fruchtfleisch getrennt. Die dadurch gewonnenen Kerne werden schonend getrocknet. Die in den Kernen befindlichen ein bis drei kleinen Samen sind am wertvollsten, denn hieraus wird das Arganöl gewonnen.

Um das für den Verzehr geeignete Öl herzustellen, werden die Samen über einem offenen Feuer leicht angeröstet. Das veredelt den Geschmack und verleiht ihm eine leicht nussige Note. Dieser Schritt ist beim Öl für Kosmetikprodukte nicht nötig, weshalb sie direkt per Hand mit einer Steinmühle zerschlagen werden. Das so entstandene Pulver der Samen wird mit Wasser gemischt, wodurch sich das Öl der Samen vom Wasser trennt und abgeschöpft werden kann.

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Um einen Liter Öl herzustellen, braucht man ca. 4,5 Kilogramm Kerne, was einem Ertrag von mindestens vier bis fünf Arganbäumen (ca. 30 Kilogramm Früchte) entspricht. Hinzu kommen rund zwei Tage sorgfältige Handarbeit. Der recht hohe Preis von 90 € bis 120 € für einen Liter natives, kalt gepresstes und traditionell per Hand hergestelltes Arganöl, erklärt sich bei dem Aufwand von selbst.

Arganöl, welches mit maschineller Unterstützung oder industriell hergestellt wurde, ist etwas günstiger. Allerdings gehen während der Herstellung wertvolle Inhaltsstoffe verloren und das Öl hat eine deutlich geringere Qualität. Es handelt sich dabei nicht um reines Arganöl. Zudem ist das industriell hergestellte Öl lediglich zur äußeren Anwendung geeignet und sollte nicht verzehrt werden.

Wie gesund ist Arganöl?

Die einzigartige Kombination aus vielen ungesättigten und wenig gesättigten Fettsäuren sowie pflanzlichen Sterinen und einem hohen Vitamin E Komplex, machen das Arganöl so wertvoll. Nicht umsonst gilt es in Marokko schon seit vielen Jahren als gesunde Allzweckwaffe für innerliche und äußerliche Anwendungen unterschiedlichster Art. Reines Arganöl besteht aus:

  • Gesättigten Fettsäuren (Palmitinsäure, Stearinsäure)
  • Ungesättigten Fettsäuren (Gadoleinsäure, Palmitoleinsäure, Oleinsäure, Linol- und Linolensäure, Arachidonsäure)
  • Phytosterolen und Phytosterine (Campesterol, Stigmasterol, D-7-Sterol, Aplpha-Spinasterol, Schottenol)
  • Vitamin E (Tocopherole)

Besonders hervorzuheben ist D-7-Sterol, Alpha-Spinasterol und Schottenol, welche sehr selten sind und in keinem anderen Öl vorkommen. Da das Öl das Immunsystem stärken, Pilze und Bakterien abtöten sowie feuchtigkeitsspendend und desinfizierend wirken soll, kommt das „Marokkanische Gold“ oftmals zur Linderung und Prophylaxe zum Einsatz.

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Gesunde Haut

Anwendungsgebiete von Arganöl

Die Einheimischen Berber schwören bereits seit dem Mittelalter auf die gesundheitsfördernden, pflegenden und heilenden Eigenschaften des Arganöls. So wird es zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- sowie Magen- und Darmproblemen oder auch bei Sonnenbrand und zur Desinfizierung von Wunden angewendet.

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Inzwischen gibt es sogar auch hierzulande einige Dermatologen, die das Öl zur Linderung bei Hauterkrankungen wie zum Beispiel Akne, Neurodermitis oder Windpocken einsetzen. Des Weiteren hilft Arganöl auch bei sprödem und trockenem Haar, brüchigen Nägeln, alternder und unreiner Haut. Übrigens: Auch Hunde und Katzen profitieren von den zahlreichen pflegenden und heilenden Eigenschaften.

Arganöl in der Küche

Arganöl kann theoretisch wie jedes andere Speiseöl auch verarbeitet werden. Es verleiht dem Essen eine ganz besondere würzige, samtig-nussige Note. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob Sie es zum Backen, Braten oder für Dressings verwenden. Wenige Tropfen Arganöl reichen bereits, um einem Smoothie, einem Dessert, einem Salat oder dem Fleisch ein ganz besonderes und einzigartiges Aroma zu geben. Aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe ist es zur Veredelung von Speisen besonders in der Spitzengastronomie beliebt. Manch ein Starkoch sortiert Arganöl sogar in die gleiche Liga wie Kaviar oder Trüffel ein.