Gesund bleiben

Angst vor der Geburt: Diese 5 Tipps helfen

Die Geburt eines Kindes gehört zu den wohl außergewöhnlichsten Momenten im Leben. Schwangere fühlen sich daher oftmals schon Monate vor dem Entbindungstermin ängstlich. Dass sie nicht wissen, was genau auf sie zukommt, ist nur ein Teil des Problems. Kombiniert mit Horrorgeschichten aus dem Internet entwickelt sich aus Unsicherheit schnell Angst. Mit diesen fünf Tipps bekommst du deine Angst vor der Geburt aber gut in den Griff.

Einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen

Geburtsvorbereitungskurse sind bereits seit vielen Jahrzehnten fester Bestandteil der Schwangerschaft. Auch wenn es keine rechtliche Verpflichtung dazu gibt, einen solchen Kurs zu besuchen, entscheiden sich die meisten Schwangeren dazu.

In vielerlei Hinsicht hilft die Entscheidung für einen Geburtsvorbereitungskurs auch vor der Angst. Hier nämlich triffst du andere Schwangere, die etwa zum gleichen Zeitpunkt wie du ihr Baby bekommen werden. Im Rahmen des Kurses können alle Teilnehmenden ihre Gedanken und Erfahrungen austauschen. Wer Ängste hat, wird auf verständnisvolle und offene Ohren stoßen. Allein das kann schon helfen, mit der eigenen Unsicherheit besser umzugehen.

Hinzu kommt natürlich auch die Tatsache, dass in Schwangere in einem Geburtsvorbereitungskurs viel über die Geburt an sich lernen. Wer sich mit den Fakten rund um den großen Tag auseinandersetzt, hat oftmals auch weniger Angst.

Einen Vorfreude-Kalender anlegen

Der Tag der Geburt kann, wenn du ständig an all die Risiken und möglicherweise negativen Aspekte denkst, schnell wie ein Damoklesschwert über dir schweben. Das jedoch stellt selbstverständlich nur einen Teil des Ganzen dar. Schließlich kann die Geburt auch zu einem der wohl glücklichsten und schönsten Momente des Lebens werden. Du siehst dein Baby zum ersten Mal nicht nur per Ultraschall, vielleicht ist eine liebe Person an deiner Seite und nach dem arbeitsreichen Part wartet ein ganz besonderes Hochgefühl.

Mutter mit Neugeborenem

Nicht vergessen: Die Geburt markiert meist einen wunderbaren Wendepunkt. (c) Solen Feyissa on Unsplash

Grund genug also, sich auf den Tag der Geburt zu freuen. Warum also nicht zur Bekämpfung ängstlicher Gefühle einen Vorfreude-Kalender anlegen. Mit einem Schwangerschaftskalender, der die verschiedenen Phasen aufzeigt, gelingt das im Handumdrehen. So kannst du beispielsweise für jeden Tag bis zur Geburt einen schönen Spruch oder eine spannende Information aus dem Schwangerschaftskalender aufschreiben. Das lenkt deinen Fokus auf die schönen Dinge und lässt die Angst etwas verblassen.

Schluss mit Horrorgeschichten

Das Internet ist einerseits ein guter Ort, um sich Informationen zu beschaffen. Andererseits kann es auch zu großer Verunsicherung beitragen. In zahlreichen Foren zum Thema Schwangerschaft und Geburt wird heiß diskutiert. Das Problem dabei ist oft, dass die anwesenden Personen tendenziell eher ihre negativen Erfahrungen teilen als positive. Wer im Netz also nach Geburtsberichten sucht, wird meist auch auf Foreneinträge stoßen, in denen über eher schwierige Geburten berichtet wird.

Daher ist es besser, solche Foren und Threads nach Möglichkeit zu meiden und nur noch auf angemessene sowie seriöse Informationsquellen zu setzen. Es gibt zahlreiche gute Seiten, die über eine gesunde Schwangerschaft und Stillzeit aufklären, ohne dabei Schreckensszenarien zu zeichnen. Auf diesen Seiten erfahren Schwangere beispielsweise, warum sie nicht rauchen sollten und wie sie sicher Sport treiben können, erfahren also einen eher konstruktiven Umgang mit diesem sensiblen Thema.

Atem- und Entspannungsübungen

Bei Ängsten und Stress können bestimmte Übungen zur Entspannung sehr nützlich sein. Vor allem mit dem Atem ist es möglich, Erregungszustände „einzufangen“ und sich selbst zu beruhigen. Wer sich vor der Geburt fürchtet, tut gut daran, schon während der Schwangerschaft regelmäßig Atemübungen zu machen. Bei der Geburt selbst können diese Übungen dann direkt genutzt werden, um aufkommende Panik zu lindern.

Schriftzug "and breathe"

Der Atem spielt eine bedeutende Rolle, wenn es um das Lösen von Ängsten geht. (c) Victor Garcia on Unsplash

Welche Atemübungen sich gut eignen, können Hebammen in aller Regel am besten beantworten. Auch im Rahmen von Geburtsvorbereitungskursen erhalten die meisten Schwangeren Tipps für entspannende Kniffe während der Entbindung. Ob sich bestimmte Techniken zur Entspannung wie

  • Yoga
  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • oder Meditation

eignen, sollten Schwangere am besten den behandelnden Arzt fragen. Bei bestimmten Praktiken oder in besonderen Situationen wie zum Beispiel beim Vena-Cava-Kompressionssyndrom könnte es hier eine Kontraindikation geben.

Den richtigen Ort für die Geburt finden

Angstgefühle entstehen nicht selten aus einem Gefühl des Kontrollverlustes heraus. Schwangere, die sich nicht vorstellen können, wo sie ihr Baby zur Welt bringen werden oder vielleicht sogar an einen wenig schönen Ort denken, fühlen sich verständlicherweise weniger wohl. Daher kann gegen die Angst vor der Geburt auch ein ganz bewusster Umgang mit der Wahl des Geburtsorts helfen.

Schwangere sollten etwa ab der Hälfte der Schwangerschaft damit beginnen, ihre Optionen auszuloten. Wer sich in medizinischer Hinsicht so sicher wie nur möglich fühlen möchte, wird eventuell mit einer Klinik inklusive Neugeborenen-Intensivstation am glücklichsten sein. Wieder andere Schwangere wünschen sich ein möglichst ruhiges und intimes Geburtserlebnis, das eine Hausgeburt nahekommt. Für sie könnte sich auch eines der Geburtshäuser anbieten, die das Netzwerk Geburtshäuser per Suchfunktion auffindbar macht.

Fest steht: Ein Besuch auf der Geburtsstation, die Besichtigung der Räumlichkeiten und auch persönliche Gespräche mit Hebammen und Ärzten können die Angst vor der Geburt deutlich mildern. Gelingt es Schwangeren dann, sich für jenen Ort zu entscheiden, der sich am besten anfühlt, wird aus dem Entbindungstermin schnell ein echtes Vorfreude-Datum.