Angiografie (Angiographie) – das müssen Sie wissen
Angiografie (Angiographie) – das müssen Sie wissen
Eine Angiografie ist eine Untersuchung der Gefäße ohne operativen Eingriff. Lesen Sie hier, wie sie abläuft und wann sie infrage kommt.
Inhaltsverzeichnis
Bei einer Angiografie untersucht der Arzt die Gefäße ohne operativen Eingriff. Lesen Sie hier, für wen sie infrage kommt, wie sie abläuft und wer die Kosten übernimmt. Mit Hilfe dieser Methode erkennt der Arzt krankhafte Veränderungen an den Gefäßen. Verschiedene diagnostische Bildgebungsverfahren wie Röntgen, Magnetresonanztomografie (MR-Angiografie) oder Computertomografie (CT-Angiografie) kommen dabei zum Einsatz.
Wann wird eine angiografische Untersuchung durchgeführt?
Ihr Arzt veranlasst eine angiografische Untersuchung, wenn er den Verdacht hat, dass Sie an Gefäßveränderungen wie Verengungen, Verschlüssen oder Fehlbildungen leiden. Mit Hilfe dieses diagnostischen Verfahrens kann er die Erkrankung nachweisen, spezifizieren beziehungsweise ausschließen. Diese Methode ermöglicht es ihm, nicht nur große Schlagadern, sondern auch kleinste Gefäße zuverlässig zu beurteilen. Die Untersuchung liefert detaillierte Informationen zu Art, Ort und Ausdehnung einer vorliegenden Gefäßerkrankung.
Wichtige Krankheiten, bei denen eine angiografische Untersuchung sinnvoll ist
Carotisstenose
Durchblutungsstörungen an den Beinen
Arteriosklerose
Aneurysma
Fehlbildungen der Hirnarterien
Hirnblutung
Krampfadern
Nierenarterienstenose
Raucherbein
Schlaganfall
Thrombosen
Vena-cava-Syndrom
Venenschwäche
Verengungen der Herzkranzgefäße
> Tödliche Gefahr – Aneurysma
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> Was ist eine Arteriosklerose? Eine Gefäßveränderung ist ein Grund für eine angiografische Untersuchung. (c) Colourbox
Welche Formen der Angiografie gibt es?
Angiografie bedeutet „Darstellung der Blutgefäße“, also der Arterien und Venen. Im klinischen Alltag ist noch eine weitere Untersuchung möglich. Je nachdem, welche Gefäße untersucht werden, unterscheiden Ärzte die folgenden drei Arten:
Arteriografie: Darstellung der arteriellen Blutgefäße (Bein und Beckenarterien). Die Darstellung der Becken- und Beinschlagadern heißt im Klinikalltag Becken-Bein-Angiografie und dient vor allem der Abklärung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) – etwa wenn die schmerzfreie Gehstrecke deutlich verkürzt ist (meist unter 200 Meter) oder Durchblutungsstörungen der Füße sichtbar sind. Aufgenommen wird dabei etagenweise: Becken, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Füße (Universitätsklinikum Gießen und Marburg).
Phlebografie: Darstellung der Venen (Bein- und Beckenvenen)
Lymphografie: Darstellung der Lymphbahnen
> Was geschieht bei CT und MRT?
Was passiert bei einer Angiografie?
Bei einer herkömmlichen angiografischen Untersuchung durchleuchtet der Radiologe das zu untersuchende Gefäß mit Hilfe von Röntgenaufnahmen oder einer dynamischen Röntgendurchleuchtung. So kann er kleinste Veränderungen in den Gefäßen erkennen. Dazu spritzt er unter örtlicher Betäubung ein Kontrastmittel in die Arterie oder Vene, die er durchleuchten möchte. Dadurch erhält er eine 3-D-Darstellung des Gefäßsystems.
Noch bessere Bilder der Gefäße liefert die computergestützte digitale Subtraktionsangiografie (DSA). Hierbei wird das Kontrastmittel über die Vene oder mittels eines Katheters über die Arterie gegeben. Daneben nutzen Radiologen auch die Computertomografie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT), um Gefäße zu beurteilen. Letztere bildgebende Methode hat den Vorteil, dass die Patientin oder der Patient keiner Röntgenstrahlung ausgesetzt ist. > Augeninnendruck messen: So funktioniert die Tonometrie
Wie gefährlich ist eine Angiografie? Risiken, Vorbereitung und Nachsorge
Als Gefäßuntersuchung mit Kontrastmittel gilt die diagnostische Angiografie als risikoarm – ganz ohne Risiken ist sie aber nicht. Zwei Bereiche sind zu unterscheiden:
Das Kontrastmittel: Möglich sind allergische Reaktionen mit Juckreiz, Schwellungen und Luftnot bis hin zum Kreislaufschock. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion kann das jodhaltige Kontrastmittel ein Nierenversagen auslösen, eine bestehende Schilddrüsenüberfunktion kann sich verschlechtern.
Die Punktion des Gefäßes: An der Einstichstelle können Blutergüsse (Hämatome) und Nachblutungen entstehen, seltener Verletzungen der Gefäßwand, Aussackungen oder Fisteln. Bei einer schweren Blutung kann eine operative Versorgung oder eine Bluttransfusion nötig werden.
Deshalb wird vorher Blut abgenommen: Nierenwerte (Kreatinin, GFR), Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4) und Gerinnungswerte sollten vorliegen, gerinnungshemmende Medikamente müssen unter Umständen rechtzeitig abgesetzt werden. Sechs Stunden vor der Untersuchung sollten Sie nichts mehr essen, höchstens Wasser oder Tee trinken und nicht rauchen.
Schmerzhaft ist der Eingriff in der Regel nicht: Die Schlagader in der Leiste oder am Unterarm wird nach örtlicher Betäubung punktiert. Das Kontrastmittel kann kurzzeitig ein Wärmegefühl auslösen. Anschließend wird die Einstichstelle mit einem Druckverband oder einem Verschlusssystem versorgt. Wie lange Sie danach liegen bleiben müssen, hängt von der Art des Verschlusses ab – die Liegezeit reicht von etwa zwei Stunden bis zu 24 Stunden, damit sich das Gefäß sicher verschließt und keine Nachblutung auftritt. Quellen: Österreichisches Gesundheitsportal (gesundheit.gv.at), Universitätsklinikum Ulm, Radiologie
Wer übernimmt die Kosten?
Wenn die Untersuchung dazu dient eine Erkrankung zu behandeln beziehungsweise einen Krankheitsverdacht zu klären, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Eine Angiografie zu reinen Vorsorgezwecken muss der Patient selbst tragen. > Fehldiagnose häufiger, wenn Patient nervt
Was muss ich nach einer angiografischen Untersuchung beachten?
Damit Sie das Kontrastmittel schneller ausscheiden, sollten Sie sich im Anschluss an die Untersuchung schonen und viel trinken. Vermeiden Sie auch in den Folgetagen anstrengende körperliche Arbeit. Bei plötzlich auftretenden Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Herzrasen oder Schwindel sprechen Sie bitte umgehend mit Ihrem behandelnden Arzt. > Was ist eine Tachykardie?
Zuletzt aktualisiert: August 2026
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