Magen & Darm

Analvenenthrombose – Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein kleiner blauer Knoten reicht aus, um in der Afterregion für unangenehme Schmerzen zu sorgen.

Nicht selten wird die teils schmerzhafte Analvenenthrombose auch mit Hämorrhoiden verwechselt. Doch dabei handelt es sich um zwei gänzlich verschiedene Krankheitsbilder. Woran Sie eine Analthrombose erkennen und wie sie behandelt werden kann, erklären wir Ihnen hier.

Analvenenthrombose: Was ist das?

Bei Beschwerden und Schmerzen am After denken die meisten Menschen zuerst an Hämorrhoiden. Doch nicht immer muss das auch zutreffen. Hämorrhoiden entstehen in der Regel im Inneren und ragen von Schleimhaut umgeben aus dem After heraus. Eine Analvenenthrombose zeichnet sich dagegen durch einen oder mehrere bläuliche Knötchen oder Knoten aus, die außerhalb des Anus auftreten. Es handelt sich dabei um ein Blutgerinnsel, das in einem Blutgefäß entstanden ist, was sowohl bei einer Thrombose am After als auch bei Hämorrhoiden der Fall ist.

Anders als Hämorrhoiden kann eine Analvenenthrombose jederzeit von außen angesehen und abgetastet werden. Die Knoten können einzeln oder vermehrt auftreten und dabei die Größe einer Stecknadel oder gar einer Pflaume erreichen. Im Gegensatz zu Hämorrhoiden ist die Analthrombose nicht von Schleimhaut, sondern von normaler Haut bedeckt. Früher wurde die Thrombose am Anus auch „äußere Hämorrhoide“ genannt, was jedoch ziemlich irreführend ist, da es sich darum eben nicht handelt.

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Die Symptome einer Analthrombose

Eine Analvenenthrombose tritt normalerweise immer recht plötzlich auf und äußert sich in Form von einem bis mehreren blauen Knötchen, die sich am Afterrand vorwölben. Die Analthrombose verläuft für die meisten Betroffenen leicht bis stark schmerzhaft und kann zudem von Symptomen wie Brennen, Jucken oder Stechen begleitet sein. Bei einem harmloseren Krankheitsverlauf ist häufig nur ein unangenehmes Spannungsgefühl in der betroffenen Region zu spüren. Analvenenthrombosen können Sie zu Hause selbst mithilfe eines Handspiegels anhand von bläulichen Knoten erkennen, die von Haut bedeckt sind. Die Vorwölbungen können dabei auch unterschiedlich groß sein, wenn mehrere zeitgleich auftreten.

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Wodurch entsteht eine Analvenenthrombose?

Die Ursachen einer Analvenenthrombose können sehr vielfältig sein. Betroffene sind zwischen 25 und 55 Jahre alt, wobei die Thrombose am After bei Männern häufiger vorkommt als bei Frauen. Zu den möglichen Auslösern zählen unter anderem:

  • Regelblutung bei Frauen
  • Schwangerschaft und/oder Geburt
  • feucht-warme Wetterverhältnisse
  • überhöhter Druck im Bauchraum
  • Sitzen auf kalten Steinen oder anderen kühlen Flächen
  • übermäßiges Pressen (z. B. durch Verstopfung oder Krafttraining)
  • Husten
  • ein Zuviel an Kaffee oder Alkohol
  • Gewürze
  • Durchfall
  • Analsex
  • Operationen
  • Übergewicht

Wer sich nicht sicher ist, ob es sich um Hämorrhoiden oder eine Analvenenthrombose handelt, sollte dies vom Arzt abklären lassen. In der Regel kann dieser durch Abtasten und Anschauen beurteilen, welches Krankheitsbild vorliegt.

Neben den möglichen Auslösern gibt es auch einige Risikofaktoren, welche die Entstehung einer Analthrombose (und auch aller anderen Thrombosen) begünstigen können. Dazu zählen:

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Gefäßerkrankungen
  • Mangel an Bewegung
  • Einnahme der Anti-Baby-Pille
  • langes Sitzen

Ein Proktologe kann auch ohne Operation bei einer Analvenenthrombose helfen. (c) Colourbox

Analvenenthrombose: die Behandlung

Bei der Therapie kommt es immer ganz auf das Beschwerdebild an. Bei den meisten Patienten verschwindet die schmerzhafte Schwellung innerhalb weniger Tage von selbst, bei anderen kann es wiederum einige Wochen dauern. Sind die Beschwerden auszuhalten, braucht es einfach etwas Geduld und geeignete Salben oder Cremes. Bei leichten bis mittelstarken Schmerzen werden kortisonhaltige Cremes oder Salben mit einer leicht betäubenden Wirkung empfohlen. Außerdem können Schmerzmittel mit Diclofenac oder Ibuprofen helfen, die Beschwerden erträglicher zu machen.

Operative Therapie

Eine der letzten Möglichkeiten besteht in einer chirurgischen Entfernung der Knoten durch den behandelnden Arzt, einen sogenannten Proktologen. Dieser entscheidet anhand des Krankheitsbildes, ob er den/die Knoten als Ganzes entfernt oder diese lediglich einschneidet und „ausräumt“. Eine herbeigeführte Blutung, die im Übrigen auch von selbst eintreten kann, sorgt häufig für Erleichterung. Kommt es zu einem operativen Eingriff, sollte dieser möglichst nah an dem Zeitpunkt liegen, an dem die Symptome das erste Mal aufgetreten sind.

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Analvenenthrombosen vermeiden

Damit es gar nicht erst zu den schmerzhaften Knoten kommt, gibt es einiges, was Sie vorbeugend tun können. Dazu gehört auch regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft, und eine ausgewogene Ernährung. So verhindern Sie, dass es zu Verstopfung und unnötigem Pressen beim Stuhlgang kommt. Vermeiden Sie langes Sitzen, vor allem auch auf kalten Flächen und versuchen Sie, beim Stuhlgang oder auch beim Krafttraining nicht zu stark zu pressen. Ansonsten kann Sie Ihr Arzt beraten, was speziell in Ihrem Fall sinnvoll ist.

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