Gesundes Kind

Allergien bei Kindern: So beugen Sie vor

Pollen, Tierhaare, Insektengifte: an sich alles harmlose Substanzen, auf die aber immer mehr Menschen allergisch reagieren. Auch Kinder. Experten schätzen, dass etwa ein Drittel der Kinder einer ersten Grundschulklasse an Heuschnupfen leidet. Doch es gibt Mittel und Wege, Allergien bei Kindern vorzubeugen.

Wer sein Kind vor Allergien schützen will, hat viele Möglichkeiten der Prävention. So weit die gute Nachricht. Weniger gut: Die Neigung zu Allergien wird vererbt. Und: Allergien sind auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen – darunter viele Kinder – leiden darunter. Wer vorsorgt, trägt dazu bei, die Risiken für die Entwicklung von Allergien im späteren Leben zu verringern. Schon in den ersten Lebensmonaten sollten Eltern auf Faktoren achten, die Allergien begünstigen können.

Ist Ihr Kind ein Risikokind?

Besonders hoch ist das Risiko eines Kindes, an einer Allergie zu erkranken, wenn beide Eltern an der gleichen Allergie leiden. Haben zum Beispiel Vater und Mutter allergisches Asthma liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kind auch darunter leiden wird, bei 60 bis 80 Prozent, so die statistische Einschätzung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes. Aber auch Geschwister oder Großeltern mit Allergien erhöhen – rein rechnerisch – das Allergierisiko eines Kindes.

Auf der anderen Seite gilt: Etwa 15 Prozent aller Kinder ohne genetische Vorbelastung entwickeln eine Allergie. Die Gene erhöhen nämlich nur die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Ob und wann die Allergie ausbricht, ist von äußeren Faktoren abhängig: Umweltfaktoren, die Umgebung, in der das Kind aufwächst, und nicht zuletzt seine allgemeine gesundheitliche Verfassung.
Von Risikokindern spricht man bei Jungen oder Mädchen, deren Eltern oder Geschwister Allergien haben. Bei diesen Kindern spielt das gezielte Vorbeugen von Allergien eine große Rolle.

Auf Allergiesymptome achten

Heute ein juckender Ausschlag, morgen ein Husten – weil ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist und sich ständig neuen Einflüssen anpassen muss, sind Kinder häufig krank. Die Beschwerden richtig einer Allergie zuzuordnen, ist nicht immer einfach. Eltern sollten auf folgende Symptome achten, denn sie sind typisch für eine Allergie:

  • Juckreiz der Haut, aber auch der Schleimhäute in Nase, Augen und Mundraum
  • Pickelchen, Quaddeln
  • Hautrötungen mit Hitzegefühl
  • Bauchschmerzen

Hegen Sie Verdacht, sollten Sie einen auf Allergien spezialisierten Kinderarzt um Rat fragen. Allergologen für Erwachsene sind häufig nicht auf die besonderen therapeutischen Bedürfnisse von sehr jungen Patienten ausgerichtet.

So beugen Sie Allergien bei Kindern vor

Ob eine Allergie ausbricht oder nicht, entscheiden Risikofaktoren in der Umgebung des Kindes. Im Mittelpunkt der Prävention stehen Schadstoffe und Allergene (allergieauslösende Substanzen), deren Einfluss in der Wissenschaft jedoch aktuell wieder neu diskutiert wird. Darf die Katze bleiben oder nicht? Bekommt der drei Monate alte Sprössling Beikost oder wartet man lieber noch ab? Zum Teil sehen sich Eltern mit widersprüchlichen Empfehlungen konfrontiert. Wir haben die wichtigsten Empfehlungen für die Prävention von Allergien bei Kindern gesammelt:

1.  Rauchfreie Umgebung
Wer während der Schwangerschaft raucht, erhöht das Risiko seines Kindes, an Asthma oder einer Allergie zu erkranken um das Achtfache. Überhaupt macht jeder Kontakt eines Säuglings oder Kindes mit Zigarettenrauch (auch durch Passivrauchen!) eine Allergie wahrscheinlicher. Allergien bei Kindern vorbeugen, heißt daher vor allem: Sorgen Sie für eine vollkommen rauchfreie Umgebung für Mutter und Kind.

2. Stillen
Stillen macht stark gegen Allergien – das konnte mehrfach wissenschaftlich belegt werden. Mütter sollten ihr Baby darum – wenn irgendwie möglich – mindestens seine ersten vier Lebensmonate lang ausschließlich stillen. Kinder mit erhöhtem Allergierisiko, die nicht ausschließlich gestillt werden können, sollten hypoallergenen Ersatz, sogenannte Hydrolysat-Milch, erhalten.

Stillen hilft Allergien bei Kindern zu vermeiden

Kinder, die lange gestillt wurden, haben ein geringeres Allergierisiko. (c) Colourbox

3. Keine Allergen-freie Diät
Einige Lebensmittel haben ein höheres Potenzial, Allergien auszulösen als andere – zum Beispiel Erdnüsse, Eier oder Fisch. Früher riet man Eltern, ihre Kinder erst nach dem ersten Geburtstag damit in Berührung zu bringen, denn man befürchtete eine allergische Sensibilisierung. Heute setzt man auf eine frühe Konfrontation mit allergenen Lebensmitteln. Mehrere Studien wiesen nämlich nach, dass eine frühe Gewöhnung (ab dem fünften Monat) an diese Lebensmittel Allergien besser vorbeugt als ihre Vermeidung.

4. Kontakt mit Haushund 
Eltern eines Risikokindes sollten sich nicht gerade eine Katze ins Haus holen. Viele Studien deuten darauf hin, dass die Stubentiger das Allergierisiko erhöhen. Bei Hunden scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Eine Studie aus Schweden wies nach, dass Kinder, die mit einem Haushund aufwachsen, seltener an Asthma erkranken.

Der Grund: Die Vierbeiner übertragen bakteriellen Antigene auf das Kind. Sie helfen dessen Immunsystem bei der Entwicklung: Es lernt früh (am besten schon im ersten Lebensjahr) Antigene zu tolerieren.

5. Schadstoffe vermeiden
Bei der Einrichtung des Babyzimmers sollten Eltern darauf achten, dass Wandfarbe, Möbel und Textilien frei von Schadstoffen wie Formaldehyd sind, denn sie können Allergien auslösen.

6. Schimmelpilzsporen und Milbenkot vermeiden
Schimmelpilze und Milben sind fast überall Untermieter. Eltern, die Allergien bei Kindern vorbeugen möchten, sollten jedoch dafür sorgen, dass sie in Haus und Wohnung nicht überhandnehmen. Denn sowohl Schimmelpilzsporen wie auch Milbenkot kann Allergien auslösen.
Häufiges Lüften, das regelmäßige Waschen von Bettwäsche und Entstauben von Flächen im Wohnbereich sind darum Pflicht.

7. Impfen
Impfungen gegen die gängigen Kinderkrankheiten wie Masern oder Röteln verringern das Allergierisiko, statt es – wie häufig vermutet – zu erhöhen. Auch Kinder mit erhöhtem Risiko sollten geimpft werden.

Allergien bei Kindern ernst nehmen

Eine mögliche Allergie bei Kindern ernst zu nehmen, ist wichtig. Fehlt die ärztliche Betreuung oder ist sie nicht ausreichend, können Kinder mit Allergien im späteren Leben ein allergisches Asthma entwickeln. Oft bleiben Allergien bei Kindern lange unerkannt, weil ihre Symptome anders sind als die Erwachsener. Eltern sollten daher Kinderärzte aufsuchen, die auf das Thema Allergien spezialisiert sind und die neuesten Behandlungsmethoden kennen.

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