Gesunde Ernährung

Algen: Das Superfood aus dem Meer

Meeresalgen sehen nicht unbedingt appetitlich aus. Doch es verbergen sich darin überraschend viele Nährstoffe, die ziemlich gesund sind. Wir verraten Ihnen, warum Algen als Superfood gelten und was sie alles können!

Die Japaner schwören seit Jahrtausenden auf die gesundheitsfördernde Wirkung der verschiedenen Algenarten. Als Suppenbeilage, in Sushi-Röllchen und als Chips erobern die kalorienarmen Grünpflanzen aus dem Meer hierzulande die Küche. Auch als Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich Algen zunehmender Beliebtheit.

Der Gesundheits-Benefit von Algen

Der Vegan-Trend hat dem Wasser-Gemüse zusätzlich einen wahren Schub verliehen. Dabei nimmt es in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit Jahrtausenden eine wichtige Stellung ein. Denn Algen sollen

  • den Blutdruck senken
  • das Blut reinigen
  • die Abwehrkräfte stärken
  • den Cholesterinspiegel senken
  • freie Radikale binden
  • die Gehirnleistung verbessern
  • den Alterungsprozess verlangsamen
  • Allergien lindern
  • Entzündungen hemmen
  • die Verdauung regulieren

Welche Algenarten gibt es?

Kaum zu glauben, es gibt über 400.000 verschiedene Algenarten – Braunalgen, Rotalgen, Grünalgen, Blaualgen und noch viele mehr. Davon sind etwa 500 näher erforscht, doch nur wenige sind in Europa zum Verzehr zugelassen. Die Arten sind in zwei Gruppen unterteilt:

  • Mikroalgen kommen im Süßwasser vor, sind winzig klein und mit bloßem Auge kaum zu erkennen.
  • Makroalgen hingegen können bis zu 60 Meter lang werden und wachsen im salzigen Meerwasser.

Für Nahrungsergänzungsmittel werden überwiegend folgende Mikroalgen in Pulverform, als Kapseln oder als Presslinge angeboten:

Spirulina Algen: als Pulver und Tabletten

Mikroalgen werden vor allem als Tabletten oder Pulver angeboten. (c) Colourbox

Dem Essen verleihen Algen außerdem das gewisse maritime Etwas. Dass die grünen Superfood-Streifen kaum Kalorien haben und reich an Vitaminen, Proteinen und Mineralstoffen sind, ist ein toller Nebeneffekt. Zum Kochen werden hierzulande folgende Makroalgen-Arten verwendet:

  • Nori
  • Kombu
  • Wakame
  • Dulse
  • Hijiki

Algen in Sushi haben sich schon länger etabliert. (c) Colourbox

Welche Nährstoffe haben Algen?

Die verschiedenen Algenarten besitzen eine unterschiedliche Zusammensetzung der Nährstoffe. Allgemein enthalten die kleinen Chlorophyll-Bomben viele:

  • Vitamine: B6, B12, C, E, Folsäure, Beta-Karotin
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Proteine
  • Mineralstoffe: Kalzium, Magnesium, Kalium
  • Spurenelemente: Zink, Selen, Eisen, Jod
  • Ballaststoffe

Der Vitamin-B12-Gehalt ist jedoch umstritten. Unter Veganern und Vegetariern wurde die Alge deswegen sehr beliebt, da B12 – wichtig für die Zellteilung und Blutbildung sowie die Funktion des Nervensystems ist und sonst nur in tierischen Produkten vorkommt. Doch in den meisten Algensorten ist B12 nur in verschwindend geringen Mengen enthalten.

Entgiften mit Algen

Die Pflanzen aus dem Meer enthalten Alginsäure. Dieser Stoff kann Schwermetalle binden und somit den Körper entgiften. Denn über die Umwelt, das Trinkwasser oder Körperpflegeprodukte nehmen wir täglich allerhand Schadstoffe auf, die unsere Gesundheit auf Dauer beeinträchtigen können. Aluminium im Deo und Amalgam in den Zähnen sind nur zwei Beispiele, die in den Medien immer wieder thematisiert werden. Durch die regelmäßige Einnahme von Spirulina oder Chlorella sollen diese Stoffe gebunden und aus dem Körper abtransportiert werden.

Machen Algen schlank?

Algen genießen obendrein den Ruf als Schlankmacher. Sie haben wenige Kalorien, fast kein Fett, dafür viele Proteine, und sie kurbeln den Stoffwechsel an. Doch allein durch den Verzehr von Algen nimmt niemand ab. Gepaart mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung können sie jedoch den Fettstoffwechsel beschleunigen und den Abnehmerfolg unterstützen.

Das Superfood – gesundheitsschädlich?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte bei einer Untersuchung nachweisen, dass viele Meeresalgen mit Schwermetallen belastet sind. Blei, Quecksilber, Cadmium und Arsen sind unerwünschte Gifte, die im Körper schwere Schäden hinterlassen können. Wer regelmäßig größere Mengen Algen zu sich nimmt, läuft also Gefahr, eine gehörige Portion Schadstoffe aufzunehmen. Die Stiftung Warentest hat zudem Spuren giftiger Microcystine, die die Weltgesundheitsorganisation als möglicherweise krebserregend bezeichnet, in drei Afa-Algenpräparaten gefunden. Für ein Mittel, das eigentlich selbst entgiften soll, ist das ziemlich widersprüchlich. Algen aus kontrolliertem Anbau sind hier eindeutig die bessere Wahl.

Nicht belastet sind hingegen Mikroalgen wie Chlorella und Spirulina, die sich im Süßwasser vermehren. Nahrungsergänzungsmittel, die in Europa hergestellt werden, sind in der Regel unbedenklich, da die Produktion streng kontrolliert wird.

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Auch der hohe Jod-Gehalt getrockneter Meeralgen kann auf die Dauer die Gesundheit schädigen. Wer bereits unter Schilddrüsenproblemen leidet, fragt vor dem Algen-Konsum besser einen Arzt um Rat. Superfood-Versprechen im Supermarkt sollten ebenfalls kritisch betrachtet werden. Vor allem Algen-Smoothies werden gerne als besonderer Gesundheits-Kick für teures Geld angepriesen, enthalten meist jedoch nur einen sehr geringen Algenanteil.

Fazit: Wie in vielen anderen Dingen gilt auch hier: In Maßen können Sie Algen unbedenklich zu sich nehmen. Nur wer es damit übertreibt, kann sich am Ende mehr schaden als nützen. Unser Rat: Ernähren Sie sich abwechs­lungs­reich und schon nehmen Sie auch so eine Fülle an Nähr- und Vitalstoffen zu sich.


Quellen:

Stellungnahme des Bundesinstitut für Risikobewertung

Stellungnahme des Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin

Test durch Stiftung Warentest

Information der Verbraucherzentrale