> Was sind sekundäre Pflanzenstoffe? Die Bezeichnung „ätherisches Öl“ ist nicht geschützt, auch künstliche Produkte dürfen so bezeichnet werden. Diese enthalten jedoch keine pflanzlichen Stoffe und haben damit keinen gesundheitlichen Nutzen. Achten Sie beim Kauf daher immer auf die Produktkennzeichnung „naturbelassen“ oder „natürlich“. Wählen Sie nur qualitativ hochwertige Öle, die aus wilden oder biologisch angebauten Pflanzen stammen. Also Pflanzen, bei denen Sie sicher sein können, dass diese nicht gespritzt wurden.So verwenden Sie ätherische Öle richtig
Ätherische Öle können Sie frei im Handel oder in der Apotheke kaufen. Seien Sie bei der Anwendung dennoch achtsam, denn die Inhaltsstoffe können Ihre Haut und Schleimhäute reizen. Da die Öle meist stark konzentriert sind, müssen Sie diese vorher immer verdünnen. Dazu eignet sich Wasser oder ein sogenanntes Trägeröl wie etwa Mandel- oder Jojobaöl. Lesen Sie immer die Hinweise auf der Verpackung zur richtigen Dosierung. Bevor Sie das ätherische Öl verwenden, testen Sie es vorher an einer kleinen Hautstelle. So merken Sie, ob Sie allergisch darauf reagieren. Dieser kleine Test ist wichtig, denn: Die Öle können bei Menschen mit entsprechender Veranlagung gerötete Hautstellen, Schwellungen im Gesicht oder sogar Atemnot und Asthma auslösen. Wenn Sie bereits wissen, dass Sie auf bestimmte Pflanzen allergisch reagieren, sollten Sie ätherische Öle, die darauf basieren, nicht verwenden. Lagerung: Damit die Öle ihre Wirkung nicht verlieren, verwahren Sie sie an einem dunklen und kühlen Ort. Achten Sie auf das angegebene Verfallsdatum und nutzen Sie das Öl danach nicht mehr.Ätherische Öle – Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern
Kleinkinder und Säuglinge dürfen nicht mit unverdünnten ätherischen Ölen in Kontakt kommen. Bewahren Sie die Öle daher nur dort auf, wo Kinder keinen Zugang haben. Kampfer-, Eukalyptus-, Menthol- und Teebaumöl können auch bei gut verdünnter Anwendung für Kinder zu stark sein. Fragen Sie den Kinderarzt oder Apotheker nach sanfteren Alternativen. Auch sollten schwangere oder stillende Frauen ätherische Öle nur nach einer ärztlichen Beratung verwenden.
So wirken ätherische Öle
Die sekundären Pflanzenstoffe, die in den ätherischen Ölen gebunden sind, kann unser Körper leicht über Haut und Schleimhäute aufnehmen. Beim Einatmen und Inhalieren gelangen sie über die Nasenschleimhäute und die Lunge in unseren Organismus. Wenn wir sie schlucken, werden sie über Mund-, Magen- und Darmschleimhäute aufgenommen. Die Wirkung von ätherischen Ölen ist so vielfältig wie ihr Geruch. Dementsprechend werden sie bei den unterschiedlichsten gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt.Beliebte Anwendungsgebiete im Überblick:
Erkältungsbeschwerden
Die Wirkstoffe der Öle bekämpfen zwar nicht die Verursacher der Erkältung (häufig Viren), sie können aber Ihre Beschwerden lindern:- Ätherische Öle mit Eukalyptus oder Menthol wirken schleimlösend und können helfen, besser durchzuatmen. Sie können auch Erkältungssymptome wie eine verstopfte Nase oder festsitzenden Husten lindern. Häufig sind sie in Erkältungskapseln enthalten, die Sie in der Apotheke kaufen können.
- Öle mit Salbei oder Kamille helfen bei leichten Halsschmerzen, denn sie enthalten entzündungshemmende Stoffe. Träufeln Sie einzelne Tropfen nach Packungsanweisung in heißes Wasser.
- Öle aus Eukalyptus-, Thymian-, Latschenkiefer oder Fichtennadeln wirken antibakteriell und schleimlösend. Sie eignen sich gut für eine Dampfinhalation.
Verdauungsprobleme
Einige ätherische Öle wirken krampflösend und verdauungsfördernd. Dazu gehören Öle aus Anis, Fenchel oder Kümmel. Sie mildern Blähungen und schmerzhafte Krämpfe im Magen-Darm-Trakt. Ätherische Öle mit Pfefferminze oder Ingwer können ebenfalls gut gegen Verdauungsprobleme und auch gegen Übelkeit helfen.Muskelbeschwerden
Ätherische Öle können auch Muskelprobleme wie Verspannungen, Prellungen, Zerrungen oder leichte Schmerzen lindern. Öle aus Rosmarin oder Arnika enthalten Wirkstoffe, die die Durchblutung fördern und Krämpfe lösen können. > Hausmittel bei Gelenkschmerzen Damit die Öle ihre Wirkung entfalten, können Sie warmes oder kaltes Wasser mit ein paar Tropfen Öl vermischen und auf ein Handtuch geben. Legen Sie dann das nasse Handtuch auf den betroffenen Muskels. Wohltuend sind auch Massagen. Bitte beachten Sie dabei, niemals das pure ätherische Öl auf die Haut zu reiben. Das kann zu Reizungen und Allergien führen. Verdünnen Sie es vor dem Auftragen mit einem Trägeröl, das zur Massage geeignet ist, wie etwa Mandelöl. Entspannungsbäder, bei denen Sie mehrere Tropfen ätherisches Öl in das Badewasser geben, können die Muskelregeneration ebenfalls fördern. > Tipps gegen Muskelkater
Aromatherapie
Bei der Aromatherapie werden ätherische Öle verwendet, um das Wohlbefinden zu steigern. Dazu gehören Öle aus Orange, Vanille oder Lavendel. Die Wirkstoffe der Öle gelangen beim Einatmen an unsere Riechrezeptoren, die dann Signale an unser Gehirn senden. Dieses wird durch bestimmte Düfte dazu angeregt, Botenstoffe auszusenden, die sich positiv auf unsere Stimmung auswirken. Daher werden ätherische Öle auch als begleitende Therapiemaßnahme bei leichten Depressionen, Angst oder Stress eingesetzt. Auch bei Schlafstörungen können sie helfen. > Lesen Sie hier mehr über die AromatherapieWeitere Anwendungsgebiete:
- Bei Zahnschmerzen, Entzündungen in Mund oder Rachen
- Zur Desinfektion
- Bei Beschwerden in den Wechseljahren
- Zur Bekämpfung von Kopfläusen
Ätherische Öle einnehmen? Nur in Ausnahmefällen – und nie auf eigene Faust
Viele Menschen fragen sich, ob ätherische Öle auch innerlich angewendet werden dürfen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät hier zu großer Zurückhaltung: Werden ätherische Öle getrunken, können unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Krampfanfälle oder Atemnot bis hin zu Nierenschäden auftreten. Gelangt flüssiges Öl dabei in die Atemwege, kann es eine Lungenentzündung verursachen. Duftöle für Duftlampen und Aroma-Diffusoren sind grundsätzlich nicht zum Einnehmen bestimmt. Sicher innerlich anwenden lassen sich nur fertige Arzneimittel aus der Apotheke (etwa Erkältungskapseln mit Eukalyptus- oder Pfefferminzöl), die genau dafür geprüft und dosiert sind – und auch diese nur nach Packungsbeilage.
Konkrete Richtwerte für die Haut: Nahezu alle ätherischen Öle sollten laut BfR nur stark verdünnt angewendet werden. Für Kosmetika, die auf der Haut verbleiben, empfiehlt das BfR höchstens 1 Prozent Eukalyptusöl, Kampfer, Menthol oder Methylsalicylat; bei Produkten, die wieder abgespült werden, liegen die Grenzen bei 5 Prozent Kampfer, 4 Prozent Menthol und 2,5 Prozent Methylsalicylat. Als Faustregel für eigene Mischungen: 1 Prozent entspricht etwa 2 Tropfen ätherischem Öl auf 10 ml Trägeröl. Öle aus Zitrusfrüchten können nach Sonnenbestrahlung außerdem sogenannte fototoxische Hautreaktionen auslösen – nach dem Auftragen also keine Sonne und kein Solarium.
Kinder unter drei Jahren: Bei Kampfer, Eukalyptus- und Pfefferminzöl (Menthol) ist laut BfR besondere Vorsicht geboten. Schon wenige Tropfen oder Dämpfe, die in Mund oder Nase von Säuglingen und Kleinkindern geraten, können lebensbedrohliche Verkrampfungen des Kehlkopfs bis hin zum Atemstillstand auslösen. Hat ein Kind Kampfer aufgenommen, gehört es zur Überwachung in eine Kinderklinik, weil Atemprobleme und Krampfanfälle auch zeitverzögert auftreten können.
Erste Hilfe: Nach Hautkontakt mit unverdünntem Öl gründlich mit Wasser abspülen; nach versehentlichem Verschlucken Wasser oder Tee zum Verdünnen trinken lassen und ein Giftinformationszentrum anrufen. Bei Atemnot, Krämpfen oder Bewusstseinsveränderungen sofort den Rettungsdienst (112) rufen. Quelle: BfR – Fragen und Antworten zu ätherischen Ölen
Zuletzt aktualisiert: August 2026
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